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Bischof Huonder im Kreuzfeuer der Kritik

Der Churer Bischof Vitus Huonder hat mit seiner neusten Schrift gegen die Verhütung einmal mehr mediale Aufmerksamkeit erlangt. Die Reaktionen sind ebenso deutlich wie die Worte des Bischofs.

Südostschweiz
Samstag, 30. Juni 2018, 15:45 Uhr Reaktionen auf Hirtenbrief
Bischof Vitus Huonders neuster Brief zieht weite Kreise.
THEO GSTÖHL

Wenn Bischof Vitus Huonder einen Brief verfasst, ist die Chance gross, dass er mit seiner Schrift die gesamte Schweiz erreicht. Sein Hirtenbrief vom Freitag bestätigte diese These. Darin erinnerte Huonder 50 Jahre nach der Enzyklika von Papst VI. an die prophetische Bedeutung von «Humanae Vitae». Huonder bezeichnete Pille und Kondom als Teufelszeug. Sie gehörten zur «Kultur des Todes». «Der christliche Geist kann sich in den Familien nur dann entfalten, wenn wir in der Ehe und in der Familie die Schöpfungsordnung wieder ganz zu respektieren lernen», heisst es im Brief. Die Gläubigen müssten als «Verhütungsmittel» in den fruchtbaren Tagen der Gattin enthaltsam leben. Enthaltsamkeit als Alternative zur künstlichen Empfängnisverhütung also. 

Die NZZ reagierte auf Huonders Worte mit einem Kommentar. Dieser schliesst mit den Worten: «Nun kann man es zwar durchaus als eine mutige Haltung auslegen, wenn jemand konsequent meilenweit am Mainstream vorbeipredigt. Aber die katholische Kirche darf sich nicht wundern, wenn sie – zumindest in Westeuropa – in gesellschaftlichen Fragen immer mehr an Relevanz und Einfluss verliert.»

Noch klarere Worte findet Andreas Heggli, ­Sprecher der bischofskritischen Allianz «Es reicht!», die neueste Schrift. Gegenüber der «Luzerner Zeitung» bezeichnete er Huonders Aussagen als «peinlich und jenseits». Bischof Huonder spreche seinen «Schäfchen» nicht weniger als die Fähigkeit ab, mit ihrer ­sexuellen Freiheit verantwortungsvoll umgehen zu können. Und weiter: «Was schon 1968 falsch war, ist es immer noch.»

Simon Spengler, Verfasser des Newsletters der Katholischen Kirche Zürich, blieben Fragen gleich mehrere Fragen offen: «Können alte, zölibatäre Männer wirklich glaubwürdige Lehrmeister über das Liebesleben von Paaren sein? Muss das nicht schräg herauskommen? Nämlich als famoses kirchliches Eigengoal?»

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Schauen Sie, ob Huonder oder Islamiheilgeilargentinienpapst - Die Christdoktrin stimmt nicht - ich habs selber herausgefunden - es stimmt und wird nun veröffentlicht. Drum, lassen wir den Huonder endlich abtreten und in wenigen Jahren auch die Senilen und Pädophilen Spitzenkleriker wo auch immer auf der Welt. adoerflinger@gmx.ch 29.4.19

Hirtenbrief? Wann war denn der Hirte Vitus Huonder einmal bei seinen "Schafen" auf der Weide.? Wann hat er ihnen einmal zugehört oder nachgefragt, wie es ihnen geht? Ein guter Hirte kümmert sich um seine ganze Herde und nicht um einige wenige Getreue. Papst Franziskus fordert uns ja alle auf, wieder mehr zuzuhören. Ich lade Sie Herr Bischof Huonder ein, mit uns an der Basis zu sprechen. Haben Sie doch den Mut in die Kirchgemeinden zu gehen. Dann werden Sie vielleicht begreifen, dass uns noch zentralere Sorgen plagen als die Verhütung.

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