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Das Glarnerland für Touristen: die schönsten Sehenswürdigkeiten

Die kleine „Hauptstadt“ mit etwa 12.500 Einwohnern ist vom urbanen Leben ebenso geprägt wie von der unmittelbaren, idyllischen Lage in der unberührten Natur. Markante Berge umgeben die Stadt, in der es viele kulturelle Schätze zu bestaunen gibt.

Südostschweiz
Dienstag, 26. Juni 2018, 10:17 Uhr
Im Sommer lässt sich am Klöntalersee entspannt baden und angeln, im Winter, wenn der See gefriert, ist hier Eistauchen möglich.

Touristen in der Schweiz sollten dem vielseitigen Ort einen Besuch abstatten. Sie haben hier die Möglichkeit, sich zu erholen und gleichzeitig ihre Freizeit aktiv zu gestalten.

Atemberaubende Natur im Klöntal westlich von Glarus

In der vielseitigen Region um Glarus finden Touristen das atemberaubende Klöntal vor. Die Alpenkulisse, sechs Kilometer westlich von Glarus gelegen, beeindruckt mit ihren königlichen Bergen und dem spiegelglatten und kristallklaren Klöntalersee. Der See ist etwa fünf Kilometer lang und 200 Meter breit, was ihn zu einem der grössten Glarner Seen macht. Besonders die Aktivurlauber haben an dem See vielseitige Optionen, um sich sportlich in der Schweizer Natur zu betätigen. In den sommerlichen Monaten gibt es kaum eine schönere Kulisse als den fjordartigen See. Inmitten der imposanten Berge gebettet, legen Reisende und Besucher am See eine Ruhepause ein. Für Sonnenanbeter muss der Bikini genau passen, wenn sie sich am schönen See im Wasser erfrischen. Schöne Bikinis gibt es beispielsweise bei Lascana. Wer lieber ausserhalb vom Wasser bleibt, darf am See, ohne ein Patent zu haben, nach Forellen, Hechten, Felchen oder anderen Fischen angeln. Erlaubt ist aber maximal eine Angelrute ohne Widerhaken oder eine Fliegenrute. Anglern ist es nur am Ufer gestattet, zu fischen. Es gelten am Klöntalersee die gesetzlichen Fischereivorschriften.

Touren und Routen am Klöntalersee für Radfahrer und E-Biker

  • Fortgeschrittene Radfahrer und E-Biker legen eine rund fünfstündige Tour von Nestal zurück. Sie durchfahren auf dieser Strecke unebene Strassen, schattige Wälder und blumige Wiesen. Am Klöntalersee lässt sich eine kurze Verschnaufpause einlegen, ehe der Weg zum Staudamm und zum Ende des Sees weiterführt. Auf dem gleichen Weg gelangen die Wanderer nach der Tour zurück zum Startpunkt Nestal.
  • Die sogenannte „Klausenpass-Tour“ ist hingegen ganze 63 Kilometer lang: Sie führt vom Altdorf über das malerische Schächental bis zum Hochtal Urnerboden.

Tipp: Ambitionierte Läufer, die sich Mitte oder Ende Juni in der Region aufhalten, können sich zum alljährlichen Klöntalerseelauf anmelden. Im Jahr 2018 findet der Lauf, bei dem der See umrundet wird, bereits zum 34. Mal statt. Die komplette Umrundung des Sees erfolgt beim Hauptlauf auf 12,5 Kilometer Länge, der kürzere Lauf dauert 6,5 Kilometer.

Faszinierende Geologie: der Berglistüber im hinteren Glarnerland

Ein einmaliges, unvergessliches Naturschauspiel offenbart sich den Wanderern im hinteren Glarnerland unweit der Klausenpassstrasse. Allseitig stürzen mächtige und wunderschöne Bache die Berge hinunter. Der mittlere von ihnen ist der „Berglistüber“, der für Kenner zu den schönsten Wasserfällen im Land zählt. Es ist möglich, hinter den Wasservorhang in einen Gang zu treten und sich die Felswand, die aus mehr als 150 Millionen Jahre altem Winterkalk besteht, anzusehen. Die Wasserfälle am Berglistüber sind ganzjährig frei zugänglich; entsprechende Führungen werden saisonal angeboten. Bergsteiger und Wanderer, welche den Berglistüber ohne professionelle Begleiter besuchen, handeln auf eigene Verantwortung und sollten besonders die abschüssigen Wege vorsichtig begehen.

Kulturelle Sehenswürdigkeiten in und um Glarus

Das Glarnerland hat kulturell betrachtet viel zu bieten.

  • Im Kunsthaus Glarus finden Besucher viele Exponate der internationalen und nationalen zeitgenössischen Kunst vor. Die Institution hebt die Werke von jungen und ambitionierten Künstlern hervor, die sich bislang nicht oder kaum im Rahmen von Kunstausstellungen wiederfanden. Neben den zeitgenössischen Beständen organisiert das Kunsthaus einmal im Jahr gemeinsam mit lokalen Künstlern eine prämierte Ausstellung, an der sämtliche Kunstschaffenden aus der Region teilnehmen können. Der Künstler, der für seine Werke den Preis gewinnt, darf seine Arbeit anschliessend im Rahmen einer Einzelausstellung zur Schau stellen.
  • Ein modernes Museum im Ort Glarus widmet sich dem Schicksal der 1782 hingerichteten Magd namens Anna Göldi. Die Ausstellung dokumentiert und zeigt die Folterprotokolle, denen verschiedene Themen zugrunde liegen. Die eindringlichen Werke greifen den damaligen Hexenwahn ebenso auf wie ethische Fragen zu den vergangenen und heutigen Menschenrechten. So liegt es nahe, dass sich das Museum künftig verstärkt mit dem Thema Menschenrecht beschäftigt. Einen neuen Teil der Sammlung mit diesem Fokus setzt das Museum gemeinsam mit der Amnesty International um.
  • In Netstal liegt das denkmalgeschützte Stählihaus, eines der wenigen erhalten Riegelhäuser, welche an die alte Zimmermannskunst erinnern. Das Haus ist durch Holzbalken, weisse Mauerflächen und symmetrische Fensterreihen definiert. Die Erbauer des Hauses sind in einschlägigen Überlieferungen festgehalten und ziemlich klar bestimmbar. Laut Quellen schufen Vertreter der höheren Landesämter, darunter der Landeshauptmann zu Wil sowie dessen Bruder Johannes, das Stählihaus.
  • Die neuromanische Stadtkirche in Glarus ist ganzjährig einen Besuch wert. Die 1866 nach den Plänen von Ferdinand Stadler erbaute Kirche fungierte mehr als 100 Jahre lang als Simultankirche, ehe sie 1964 zur Kirche der evangelischen Stadtgemeinde wurde. 1999 letztmalig restauriert, nehmen hier zahlreiche evangelische Christen an den Gottesdiensten teil oder besuchen die religiösen Konzerte, die in der prächtigen monumentalen Stadtkirche veranstaltet werden.
Kaum eine Region ist so facettenreich wie das Glarnerland, das kulturell-urbane und ländlich-naturelle Lebensweisen vereint.

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