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67 Prozent mehr Elternnotrufe in Graubünden

Deutlich mehr Eltern als in den vergangenen Jahren waren 2017 auf die Hilfe des Elternnotrufes angewiesen. So auch im Kanton Graubünden. Wie eine solche Beratung verläuft, hat Geschäftsführer Peter Sumpf gegenüber Radio Südostschweiz erklärt.

Südostschweiz
15.06.18 - 04:30 Uhr
Leben & Freizeit
Der Elternnotruf stärkt Eltern in ihrer Erziehungssituation.
Der Elternnotruf stärkt Eltern in ihrer Erziehungssituation.
PIXABAY

Im letzten Jahr haben Eltern schweizweit über 4200 Mal den Elternnotruf gewählt. Im Vergleich zum Vorjahr (3814 Anrufe) ist diese Zahl deutlich gestiegen. Auch der Kanton Graubünden ist von einem Anstieg an Elternnotrufen betroffen, wie Peter Sumpf, Geschäftsleiter des Elternnotrufs bestätigt.

Graubünden sei zwar ein grosser aber nicht sehr bevölkerungsstarker Kanton, daher habe es in Graubünden mit 100 Anrufen im Jahr 2017 weniger Elternnotrufe gegeben als in anderen Kantonen. «Allerdings ist mit einem Anstieg von 67 Prozent auch im Kanton Graubünden eine deutliche Steigerung sichtbar», so Sumpf. Von den 100 Anrufen seinen rund 30 von Eltern in einer Überforderungssituation gekommen, die sie an die Grenzen ihrer Belastbarkeit gebracht habe. Bei den restlichen Notrufen habe es sich um klassische Situationen gehandelt wie beispielsweise ein Kleinkind, das nicht schlief oder ein Jugendlicher, bei dem der Ausgang zum Problem wurde.

Kleinkinder und Jugendliche 

«Die meisten Elternnotrufe in Graubünden kommen von Eltern mit einem Kleinkind bis zu vier Jahren gefolgt von Eltern Jugendlicher ab 16 Jahren.» In den Altersklassen zwischendrin, also bei Kindergärtnern und Primarschülern sei die Anzahl der Anrufe quasi gleich, ergänzt Peter Sumpf. 

Ein solcher Elternnotruf dauert im Schnitt etwa eine halbe Stunde. Ziel einer Telefonberatung sei es, dass sich die Anrufer – mehrheitlich sind es Frauen – versuchten zu entspannen, erklärt Sumpf. Damit wird er oder sie entlastet und der Druck aus der Familie genommen. Wenn die Eltern bereits einen nächsten Schritt vor Augen haben, sei die Beratung einfacher und ein Telefonat reiche aus um die Situation zu klären, so Sumpf weiter. Allerdings sei es im letzten Jahr im Kanton Graubünden rund 20 Mal vorgekommen, dass ein Telefonat nicht ausgereicht habe. In diesen Fällen wurde auf eine Fachstelle im Kanton oder einen privaten Therapeuten verwiesen. (egt)

Auf seiner Webseite bietet der Elternnotruf neben der Telefonberatung auch Elternbildung, Face-to-Face- sowie E-Mail-Beratungen an.

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