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Der Hirte mischt sich unter seine Herde

Bischof Markus besuchte das Pastoralteam der Seelsorgeeinheit Obersee. Und in Ernetschwil wurde ein eindrücklicher Gottesdienst mit ihm gefeiert. Wie ein roter Faden zog sich das Thema «Steine» durch den Tag.

Südostschweiz
Donnerstag, 23. November 2017, 04:30 Uhr Bischof in Ernetschwil
In der Kirche beantwortet Bischof Markus Büchel viele Fragen.
GABI CORVI

von Gabi Corvi

Ganz im Sinne und mit den Worten von Papst Franziskus mischte sich der St. Galler Bischof Markus Büchel unter seine Herde, um dem Stallgeruch nachzuspüren. Schon das Tagesprogramm mit Besuch bei den echten Stein-Spezialisten der JMS in Schmerikon sorgte bei ihm am Dienstag für «solide» Einblicke in den Alltag der Menschen. Wissen, wo Stolpersteine liegen oder gar Steine des Anstosses da sind, war dem Bischof an diesem Tag wichtig.

Zusammen mit dem Pastoralteam der Seelsorgeeinheit Obersee wies er im Gottesdienst in der Pfarrkirche Ernetschwil aber auch immer wieder darauf hin, dass man nur aus lebendigen Steinen, die sich zu einem grossen Ganzen zusammenfügen, eine starke Gemeinschaft bilden kann.

Wertschätzender Besuch

Pastoralassistent Jürg Wüst gab seiner Freude über die Anwesenheit des Bischofs Ausdruck: «Genau vor einem Monat durften wir das Zehn-Jahre-Jubiläum unserer Seelsorgeeinheit feiern und nun besucht Bischof Markus uns zum ersten Mal!»

Traditionellerweise findet nach der eigentlichen Visitation der Pfarreien durch den Generalvikar der Besuch des Bischofs statt – als wertschätzender Abschluss, als Dank und als Gelegenheit zum gegenseitigen Austausch.

Bischof Markus lobte die Arbeit der Seelsorger und zeigte sich glücklich darüber, dass hier in unterstützender und motivierender und Art und Weise mitgetragen wird: «Das Logo der Seelsorgeeinheit mit der Sonne als leuchtende Mitte und den bunten Strahlen, die gegen aussen wirken, stimmt mit der Wirklichkeit überein.»

Wie würde der Bischof stimmen?

Im Anschluss an den Gottesdienst konnten die Gottesdienstbesucher Bischof Markus Fragen stellen. In bildhafter Sprache ging er auf diese ein. Fragen zu Radio Maria oder zur Ökumene kamen aufs Tapet. Markus Büchel sprach über die eigenen Steine, die in seinem Bischofsschuh drücken, aber auch über die freudigen Momente, die wertvollen Begegnungen, die er jeden Tag erleben dürfe.

Jemand wagte es zu fragen, ob der Bischof, wenn er denn Stimmberechtigter der Seelsorgeeinheit Obersee wäre, für die Fusion stimmen würde. Bischof Markus antwortete diplomatisch, dass er hier kein Recht habe, Tipps abzugeben, und er den Kirchbürgern Mündigkeit und gutes Urteilsvermögen attestiere. Es sei jedoch so, dass in Zukunft immer mehr grössere Strukturen zum Tragen kommen werden und die Fusion, nebst der Bildung von Gemeinde- oder Zweckverbänden, eine Möglichkeit sei, der Seelsorgeeinheit auf Verwaltungsebene eine Rechtspersönlichkeit zu geben.

Weg vom Thema der Urnenabstimmung vom 26. November hin zu einem ganz anderen aktuellen Thema führte die Frage nach dem Weihnachtswunsch des Bischofs. Schmunzelnd meinte er: «Entlöhnt werde ich grosszügig, zu essen habe ich auch genug – wie man sieht.»

Wieder ernst werdend, galten seine Gedanken den Schwächsten: «Ja, die Armen sollten wir nicht vergessen. So wie sie Papst Franziskus nicht vergisst, mit dem ins Leben gerufenen Welttag der Armen, dem 19. November. Dies wäre mein Weihnachtswunsch!»

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