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«I khuma vu Khur» – nicht: «Ich chumä vo Chur»

Claudio Candinas will kein Halbesel sein - und macht sich dabei erst recht zu einem. Denn «Khur» schreibt man selbstverständlich mit «Kh» - eine Gegendarstellung.

Oliver
Fischer
Dienstag, 19. September 2017, 14:58 Uhr Replik
Was ist so schön, wie unser Stadt...?
MARCO HARTMANN

Hach Claudio – von Heimweh-Püntner zu Heimweh-Püntner* –, dass du kein Halbesel sein magst, kann ich ja verstehen, dass du deswegen aber gleich unseren Dialekt, notabene den schönsten der Schweiz, verleugnest, das ist mir dann «z viil umagliir».

Zugegeben, der Satz «Vu Khur obanaba» löst bei mir eine ähnliche Reaktion aus wie bei dir – aber sicher nicht wegen dem «K». Das gehört genau da hin. Und zwar immer. Und das ist jetzt nicht bloss meine Meinung! Denn wie du mir sicher zustimmst, ist unser Khurer-Dialekt, insbesondere während Wanderjahren im Lande der Tsürcher, ein nicht von der Hand zu weisender Vorteil.

Und was unsere Sprache so beliebt und charmant macht, ist genau diese Unterscheidung zwischen dem unerträglichen Umlaut «Ch» und unserer sanften, ja fast lieblichen Variation «Kh». Du willst mir ja sicher nicht sagen, dass das – mindestens so oft wie deine Eingangsfloskel bemühte – «Khuchikhästli» (eigentlich ja sogar «Khuhikhästli») «Chchchchuchchchchichchchästli» zu heissen habe – oder?

Ein lieblich-sanftes «Khur», in dem die ganze Schönheit unserer Heimat mitschwingt, oder ein brachial-brutales «Chchur», das man möglichst schnell auf der A13 Richtung verstopften Isla-Bella-Tunnel passieren will? Eine rein rhetorische Frage, gell?

*Heimweh-Püntner zwei ist Oliver Fischer, in Chur aufgewachsen, vor 15 Jahren nach Zürich ausgewandert und ab kommendem Samstag, 23. September wieder zurück in der Heimat.

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