Gokarts statt Geissen
Die angekündigte Schliessung des Tier- und Freizeitparks in Chur hat ein grosses Echo ausgelöst. Die zahlreichen Reaktionen und eine alte Klausel bewegen die Besitzerfamilie Domenig nun zum Umdenken.
Die angekündigte Schliessung des Tier- und Freizeitparks in Chur hat ein grosses Echo ausgelöst. Die zahlreichen Reaktionen und eine alte Klausel bewegen die Besitzerfamilie Domenig nun zum Umdenken.
Die Fans des Tier- und Freizeitparks in Chur können aufatmen: Thomas Domenig senior, dessen Immobilienfirma Besitzerin des Parks ist, gab gestern bekannt, dass dieser nach einer Winterpause im Frühling seinen Betrieb wieder aufnehmen werde. «Wir machen weiter», erklärte er. «Dies aber mit drastisch reduziertem Betrieb. Ab nächsten Frühling soll der Park nur noch Freizeit- und nicht mehr Tierpark sein.»
Freizeit- statt Tierpark
Unzählige enttäuschte Familien hatten bereits nach einem Facebook-Post des Freizeitparks vom vergangenen Samstag wieder Hoffnung geschöpft. Dort stand, man arbeite daran, dass das beliebte Erholungsgebiet im nächsten Frühling wieder eröffnet werden könne.
Noch Anfang August hatte die Familie Domenig erklärt, den Tier- und Freizeitpark aufgrund von Defiziten und mangelnder Wertschätzung der Gäste per Mitte Oktober schliessen zu wollen.
«Ich war ehrlich überrascht, wie viele positive Reaktionen wir erhielten.»
Auch wenn der Park nun bleibt, wird die Mehrzahl der 60 Tiere, darunter Geissen und Hängebauchschweine, verschenkt oder verkauft, wie Domenig gestern ausführte. «Wir wollen nur wenige Tiere wie den Steinbock, die Lamas und ein paar Ponys behalten.» Man müsse reduzieren, denn die Kosten für die Tierhaltung seien einfach gigantisch, so Domenig. «Unser diesjähriges Defizit liegt bei über 300 000 Franken.» Sowieso seien viele Gäste nicht wegen der Tiere gekommen, sondern um mit den Gokarts zu fahren oder auf den Trampolins zu spielen. So will die Besitzerfamilie denn auch in Zukunft auf den Spielplatz setzen.
Verschwinden soll auch das im heutigen Tier- und Freizeitpark integrierte Bistro. «Wir stellen Verpflegungsautomaten auf», sagte Domenig. Zur weiteren Reduktion des Defizits wolle man den Parkplatz neu kostenpflichtig machen.
Areal muss zugänglich sein
Laut Domenig ist die Kehrtwende vor allem der Bevölkerung zu verdanken. «Ich war ehrlich überrascht, wie viele positive Reaktionen wir erhielten.» Und noch etwas habe den Ausschlag gegeben: «Eine Klausel im Kaufvertrag besagt, dass wir das Gebiet, das wir seinerzeit vom Bund abgekauft haben, teils für die Öffentlichkeit öffnen müssen.» Auch wenn man dies mit dem Museum Pulvermühle tue, wolle die Familie dennoch den Grossteil des Gebiets für das Publikum freigeben.


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