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Furna soll dem Hochwang ein Gipfelkreuz aufsetzen

Drei Meter hoch und ganz aus Lärchenholz: So sieht das Gipfelkreuz aus, das auf dem Hochwang bei Furna im Prättigau aufgestellt werden soll. Das verlangt eine Petition. Doch der Gemeindevorstand lehnt sie ab.

Béla
Zier
11.07.17 - 11:00 Uhr
Leben & Freizeit
Gipfelkreuze stossen nicht auf einen ungeteilten Zuspruch.
Gipfelkreuze stossen nicht auf einen ungeteilten Zuspruch.
SYMBOLBILD

Die Meinungen über Gipfelkreuze klaffen weit auseinander. Für den weltbekannten Extrembergsteiger Reinhold Messner etwa gehört das christliche Symbol nicht auf Berggipfel, wie er 2016 in einem Interview sagte. Zur Anbringung von Kreuzen nahm vor einiger Zeit der auf diese Thematik spezialisierte Luzerner Theologe Ralph Kunz in der «Südostschweiz» Stellung. Jetzt hat die Furner Gemeindeversammlung über ein Gipfelkreuz zu entscheiden.

Auf dem 2533 Meter hohen Hochwang-Südgipfel, der sich auf Gemeindeterritorium von Furna befindet, soll ein Gipfelkreuz errichtet werden. Das ist die Absicht der Furnerin Fida Willi, die dazu dem Gemeindevorstand eine Petition eingereicht hat. Das Projekt würde privat finanziert.

Kein Entscheid zu Einzelwunsch

Die Petitionärin sei letztes Jahr mit dem Wunsch nach dem Gipfelkreuz an den Gemeindevorstand herangetreten, ist in der Botschaft zur Gemeindeversammlung festgehalten. Die Exekutive sei bei der Beratung zum Schluss gelangt, dass sie nicht aufgrund des Wunsches oder der Interessen einer Einzelperson darüber entscheiden soll, heisst es weiter.

Der Furner Gemeindevorstand, der dem Hochwang «sehr hohen Allgemeinheitswert» zuschreibt, forderte Fida Willi infolge dazu auf aufzuzeigen, dass ein breites Interesse an diesem Gipfelkreuz besteht. Liege ein Nachweis dafür vor, dann solle die Gemeindeversammlung darüber entscheiden. Dieser Aufforderung kam die Gipfelkreuz-Initiantin Willi nach und lancierte eine Petition.

«Das ist eine schöne Tradition»

Gipfelkreuze seien eine schöne Tradition, es freue sie jedes Mal, wenn sie eines antreffe, hält die passionierte Berggängerin Willi in der Petition fest. Darin schreibt sie: «In den letzten Jahren war ich allerdings oft nicht mehr sicher, ob ich nun irgendwo in Tibet gelandet bin oder in einem anderen fernen Land. Die Gipfel sind mit allerlei religiösen Symbolen verschiedener Glaubensrichtungen geschmückt.» Sie achte Menschen mit anderem Glauben, doch es reue sie, «dass wir Schweizer im Namen der Toleranz und um ja niemandem auf die Füsse zu treten mehr und mehr von unseren Traditionen aus dem öffentlichen Leben verbannen», ist in der Petition weiter nachzulesen. Darin gelangt Willi zum Schluss, dass dem Hochwang ein Gipfelkreuz gut stehen würde. «Ich meine es genauso, wie ich es geschrieben habe, und will nicht mehr dazu sagen», erklärte sie gestern auf Anfrage.

Das auf dem Hochwang vorgesehene Gipfelkreuz wäre aus Lärchenholz und drei Meter hoch. In dieser Dimension bräuchte es dafür keine Baubewilligung, teilte Richard Atzmüller, Leiter des Bündner Amts für Raumentwicklung, auf Anfrage mit.

Gipfel «soll bleiben wie er ist»

Der Gemeindevorstand von Furna beantragt der Gemeindeversammlung am kommenden Donnerstag, die Petition abzulehnen. Obwohl in der durch die Petitionärin durchgeführten Interessensabklärung die Mehrheit ein Gipfelkreuz begrüsst habe, sei man zum Schluss gekommen, dass «der Hochwang so bleiben soll, wie er ist», hält der Gemeindevorstand in seinem Antrag fest.

Béla Zier ist Redaktor der gemeinsamen Redaktion Online/Zeitung «Südostschweiz» und «suedostschweiz.ch» und berichtet über die Region Davos und das Prättigau. Er ist seit 1993 für die Medienfamilie Südostschweiz tätig und arbeitet dort, wo er auch wohnt. In Davos. Mehr Infos

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