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Skater und Gemeinde rollen aneinander vorbei

In Domat/Ems ist der grösste Pumptrack im Kanton Graubünden eröffnet worden. Zu einem späteren Zeitpunkt sollen noch Elemente der Street-Skating-Anlage Plong Muling eingebaut werden, da die Anlage verschwinden soll. Die Vertreter des Skateparks zeigen sich mit dieser Lösung allerdings nicht zufrieden.

Südostschweiz
Freitag, 30. Juni 2017, 11:30 Uhr Vertreter des Skateparks zeigen sich nicht zufrieden
Mit Rad und Fuss auf dem Pumptrack in Domat/Ems - aber auch mit Skateboard?
ARCHIVBILD YANIK BÜRKLI

Am 17. Juni wurde der Pumptrack beim Sportplatz Vial wie geplant offiziell für die Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Laut Gemeindepräsident Erich Kohler wird die Anlage für Biker und andere Geräte mit Rollen und Rädern bereits rege genutzt. «Während den Schulzeiten nicht, aber danach sind bei gutem Wetter 20 bis 30 Kinder auf dem Areal unterwegs», sagt Kohler.

Auf einem Pumptrack wird das Gewicht auf dem Fahrrad so verlagert, dass man ihn durchqueren kann ohne in die Pedale treten zu müssen. Durch die Erhöhungen und Wellen werden Schwung und Geschwindigkeit generiert.

Der Track am Fusse des Tuma Carpusa in Domat/Ems sei die ideale Ergänzung für den Sportplatz, sagt Kohler. Er werde vom Verein Amedes Trail Hunters aktiv begleitet, sei ein schönes Angebot für Jugendliche und biete eine tolle Aufenthaltsqualität für Familien.

Im Januar hatte der Gemeinderat von Domat/Ems für die Realisierung eines Pumptracks einen Betrag von 170’00 Franken gesprochen. 300'000 Franken betrugen die Baukosten, von denen die restlichen 130‘000 Franken der Bürgerverein und der Verein Amedes Trail Hunters finanziert haben.

Elemente für Skater fehlen noch

«Die einmonatigen Bauarbeiten konnten nach Plan durchgeführt werden und das gesamte Gelände konnte realisiert werden», führt Kohler aus. Die Sicherheitsvorkehrungen seien als letzten Schritt eingebaut worden. Bloss der grüne Rasen fehle noch. Der müsse noch wachsen.

Und auch die Elemente für Skateboarder müssen noch eingebaut werden, was laut Kohler aber in Angriff genommen werde. Die Street-Skating-Anlage Plong Muling wurde nämlich abgebaut und soll in den Pumptrack teilintegriert werden.

Die Anlage für Skater muss dem alten Standort weichen, weil er auf Gewerbeland stand, was laut Kohler kein idealer Betriebsort war. Die Gemeinde hätte die Auflage gehabt ihn aufzulösen. Mit dem verfügbaren Land auf dem Sportplatz Vial war der Zeitpunkt ideal gewesen, den Skatern dort ein neues Zuhause zu bieten. «Den Skatepark in den Pump zu integrieren ist die ideale Ergänzung. Alle halfpipe- und runden Bewegungen können auch dort durchgeführt werden», so Kohler.

Die Emser Hobbyskater bleiben auf der Strecke

Das sieht Maurus Cathomen, Vertreter des Skatepark Domat/Ems, anders. Es gäbe verschiedene Arten von Pumptracks, führt er aus. «Die Dynamik und der Flow des neuen Pumptracks ist für Biker konzipiert. Die Höhe der Hügel und die Abstände dazwischen sind für Biker sehr cool, für Skater aber ungeeignet», sagt Cathomen. Ein Profiskater könne den Pumptrack nutzen und dessen Hügel befahren, ein Hobbyskater jedoch nicht. Für Freizeitskater sei der Pumptrack also kein Ersatz für die Alte Skateanlage. «Es gibt auch keine für das Skating typische Hindernisse. Keine Rails oder etwas zum draufspringen», erklärt er weiter.

Die Integration von einzelnen Elementen aus dem alten Skatepark ist aus Sicht dessen Vertreter also keine gute Lösung. Es scheitere nur schon am Platzproblem, sagt Cathomen. «Wir können selber entscheiden, welche Elemente eingebaut werden sollen. Aber je mehr Sachen wir einbauen, desto weniger Platz gibt es um den nötigen Anlauf zu holen», erklärt er. Die Fläche sei etwa halb so gross wie die des alten Areals. «Dabei ist unser alter Platz manchmal fast an die Kapazitätsgrenzen gestossen», meint Cathomen. Die Elemente, die nicht verwendet werden, könne man im Werkhof zwischenlagern, bis sie an einem neuen Ort Verwendung finden würden.

Die Skater bräuchten also auf dem Areal des Pumptracks eine gleich grosse Fläche wie bisher. «Das ist aber unrealistisch. Auf dem Areal gibt es keine Vergrösserungsmöglichkeiten mehr», sagt der Skate-Vertreter. Man habe auf dem Gelände auf Kosten der Skater ein Clubhaus und Rastpläzte gebaut. «Wir müssen einen neuen Platz finden. Wenn nötig in einer anderen Gemeinde.»

Zukunft noch unklar, aber in Planung

Noch steht die Street-Skating-Anlage Plong Muling, aber bis zum Herbst dürfte sie laut Gemeindepräsident Kohler abgebaut sein. Das Baurecht des Pumptracks laufe über den Verein Amedes Trail Hunters, deshalb geschieht der Einbau der Skate-Elemente in Abstimmung mit dem Verein. Weitere Angaben konnte er dazu noch nicht machen.

Die Vertreter des Skateparks wollen indes auch weiterhin Druck auf die Emser Politiker und auf die Gemeinde machen. Sie möchten Stimmen im Dorf für sich sammeln, um ihrem Anliegen Gehör zu verschaffen.

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