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Der Glatscherastunnel ist fertig saniert

Die Rhätische Bahn hat den Glatscherastunnel unterhalb von Bergün saniert. Dabei wurde erstmals eine neue, standardisierte Methode mit dem Namen «Normalbauweise Tunnel» angewendet.

Corinne
Raguth Tscharner
Mittwoch, 10. Mai 2017, 18:56 Uhr «Normalbauweise Tunnel»

Auf dem Streckennetz der Rhätischen Bahn gibt es 115 Tunnels. Das sind 15 Prozent des gesamten Streckennetzes. Der Grossteil der Tunnels wurde zwischen 1901 und 1914 gebaut. Viele von ihnen sind sanierungsbedürftig. Dafür entwickelte die RhB ein neues Verfahren mit dem Namen «Normalbauweise Tunnel».

Wie sie am Mittwoch an einer Medienorientierung mitteilte, soll die neue Methode geregelte Bauabläufe und tiefere Kosten als bei bisherigen Verfahren garantieren. Ausserdem können die Tunnels dabei bei laufendem Betrieb saniert werden. Dies ist wichtig, da die RhB Tunnels alle nur einspurig sind und somit keine Ausweichmöglichkeiten bestehen. So sollen in den nächsten 50 Jahren etwa 75 Tunnels instand gesetzt werden und etwa 25 Millionen Franken pro Jahr investiert werden.

Karl Baumann, Leiter Kunstbauten bei der RhB, erklärt, was die Vorteile der neuentwickelten Methode sind.

Der Glatscherastunnel als Prototyp

Der erste Tunnel, der mit diesem neuen Verfahren erneuert wurde, ist der Glatscherastunnel unterhalb von Bergün. 334 Meter ist er lang und wurde von August 2014 bis Mai 2017 mit der neuen Methode saniert. Dies hat rund 17 Millionen Franken gekostet.

Laut RhB konnte mit dieser Sanierung festgestellt werden, dass die technischen und finanziellen Vorgaben der Normalbauweise umgesetzt werden können. Wie Karl Baumann, Leiter Kunstbauten bei der RhB, erklärte, ist es nur zu Beginn der Sanierungsarbeiten zu kleinen Hindernissen gekommen.

Was bei der Sanierung des Glatscherastunnels eine Herausforderung war, erklärt Karl Baumann.

Wie bei den meisten anderen sanierungsbedürftigen Tunnels auf dem RhB-Streckennetz waren die Schäden des Glatscherastunnel vor allem auf Nässe und Feuchtigkeit zurückzuführen. Deshalb wurden mit dem neuen Verfahren Mauerwerksschäden behoben. Die gemauerte Tunnelauskleidung wurde vollständig abgebrochen und durch vorfabrizierte Betonelemente ersetzt

Bei der Sanierung wurden vorfabrizierte Betonelemente eingesetzt.
PRESSEBILD

Zudem wurde Platz für Sicherheitsräume geschaffen. Wo früher der Tunnel geschlossen werden musste, um ihn zu Fuss betreten zu können, kann von nun an dem Gleis entlang gelaufen werden. Dank einem während den Arbeiten aufgebautem Schutztunnel, konnte die Sanierung während des laufenden Betriebes durchgeführt werden.

So sah der temporäre Schutztunnel aus.
PRESSEBILD

Die Albulalinie ist ein Unesco-Welterbe und deshalb musste die Eingangsform des Tunnels erhalten bleiben. Die Steine vom ursprünglichen Bau wurden entfernt, gereinigt und für den Neubau wiederverwendet.

Die nächsten Sanierungen stehen an

Wie die RhB mitteilt, wurde parallel zum Glatscherastunnel auch der Sasslatschtunnel zwischen Susch und Lavin mit der gleichen Bauweise saniert. Als dritten Tunnel werde der Mistailtunnel nördlich von Tiefencastel mit der neuen Methode instand gesetzt.

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