×

Der Wüstenläufer aus dem Engadin

Der Wüstenläufer aus dem Engadin

In wenigen Tagen reist Roberto Rivola nach Hawaii, um dort am «Mauna to Mauna Ultra» teilzunehmen. Der Langstreckenläufer will in sieben Tagen über 250 Kilometer bewältigen.

Fadrina
Hofmann
vor 4 Jahren in
Aus dem Leben
Ausdauersportler: In der Wüste trotzt Roberto Rivola extremen Temperaturen, Stürmen und dem inneren Schweinehund.
PRESSEBILD

Verpflegung für sieben Tage, Schlafsack, Schlafmatte, Ersatzkleider, Kompass, Trillerpfeife, Sackmesser, Erste-Hilfe-Kit. Das ist nur ein kleiner Teil der Ausrüstung von Roberto Rivola. Und doch wird das Gewicht seines Rucksacks während des Ultralaufs «Mauna to Mauna» in Hawaii nur sieben Kilo betragen. «Jedes Gramm zählt, deswegen schneide ich sogar die Riemen des Rucksacks auf das Notwendigste zurück», sagt der Langstreckenläufer. Pro Tag wird sich das Gepäck immerhin um ein halbes Kilo reduzieren, was etwa einer täglichen Essensration entspricht. Der Veranstalter bietet die Zelte für die Übernachtung sowie Wasser an den Checkpoints und im Zielraum an. Für alles andere ist der Teilnehmer selber verantwortlich.
«Vorbereitung ist alles», sagt Rivola. Er hat Erfahrung, war er bereits bei den Wüstenläufen im Grand Canyon, in der Atacama-Wüste, in der Wüste Gobi, in der Sahara und in Island dabei. Auf Hawaii wird Rivola mehrere Klimazonen durchlaufen, das heisst, eine Regenausrüstung muss auch mit. Am. 14. Mai geht’s los.

Der Kopf muss fit sein

Seit Wochen trainiert Rivola im Oberengadin, im Bergell und im Tessin immer dann, wenn es sein Beruf als Leiter Unternehmenskommunikation bei der Tourismusorganisation Engadin St. Moritz zulässt. Doch nicht nur der Körper muss auf den Ultralauf vorbereitet werden, auch der Kopf braucht Training. «Bei solchen Läufen ist das Verhältnis zwischen physischer und psychischer Leistung etwa 40 zu 60 Prozent», erklärt Rivola. Will der Kopf nicht mehr, können auch die Beine nicht weiterlaufen.
«Ganz wichtig ist es, die Resilienz zu trainieren», erläutert Rivola, also die psychische Widerstandsfähigkeit. «Bei Ultraläufen stosse ich immer wieder an meine Grenzen. Die Läufe sind für mich eine Willensschulung», sagt der 58-Jährige. In seinem Blog «Run and smile» beschreibt er solche Grenzerfahrungen: Die Versuchung überwinden, bei 40 Grad einfach abzusitzen und die Abendkühle abzuwarten, oder die Schritte bis zur nächsten Fahne zählen, damit man auf einem landschaftlich eintönigen Abschnitt dennoch bis zum Schluss durchhält.

Kommentieren

Kommentar senden
E-Paper
Kein Plan für's Wochenende?
Dann gleich den neuen "Südostschweiz"-Freizeit-Newsletter checken!
Nicht mehr fragen