Seine Befürchtungen sind eingetroffen. Hugo Thomas Wohnwagenhandel in Weesen läuft nicht mehr. Die Gemeinde lässt ihn die Wagen nicht mehr auf einer nahegelegenen Wiese ausstellen. Für die Angestellten hat dies jetzt Konsequenzen.
Von Anina Peter
Weesen. – Hugo Thoma weiss nicht mehr weiter. «Das Geschäft ist zusammengebrochen», sagt er besorgt. Er betreibt in Weesen einen Wohnwagenhandel mit drei Angestellten. Einer Frau musste er bereits die Stelle kündigen. Die Zukunft der anderen beiden ist ungewiss. Denn seit Juni hat Thoma nur einen einzigen Wohnwagen verkauft. Und er glaubt zu wissen, wo der Grund dafür liegt, dass das Geschäft nicht mehr läuft. «Der Ausstellungsplatz fehlt», erklärt er.
Bis Anfang Juni konnte Thoma seine Wagen nämlich auf einer Wiese gleich gegenüber seiner Werkstatt ausstellen. «Mit diesem Platz lief das Geschäft sehr gut», erzählt er. «Sogar im Herbst, wenn eigentlich tote Hose ist im Wohnwagenhandel.»
Gesunder Menschenverstand?
Die Wiese musste Thoma räumen. Auf Geheiss der Gemeinde: Der Platz befinde sich in einer Wohnzone, argumentierte die Behörde. Ausserdem seien Einsprachen von Anwohnern eingegangen. Die Wagen seien eine «Verschandelung der Landschaft», hätten sich diese beschwert.
Für Thoma und sein Geschäft war der Entscheid eine Katastrophe. Thoma versuchte, gegen den Beschluss vorzugehen. Ohne Erfolg. Und ein anderer Ausstellungsplatz ist in ganz Weesen nicht zu finden. «Diese Wiese war die einzige Möglichkeit», sagt Thoma. Er hat zwar an der Strasse vor seiner Werkstatt Platz, um einige Wagen auszustellen. Doch um Kunden anzuziehen, brauche es einen richtigen Ausstellungsplatz.
Zwar verstehe er die Argumente der Gemeinde. «Die Sache ist rechtens», sagt er, «aber wo bleibt der gesunde Menschenverstand?» Es gehe doch auch um Arbeitsplätze und Menschen. Dazu könne er nicht nachvollziehen, wieso sich Anwohner an den Wagen stören. «Sie machen weder Lärm, noch stinken sie.» Thoma vermutet, dass ein einzelner Anwohner persönliche Rachegelüste auslebt.
Vorwürfe an Haaren herbeigezogen
Für Gemeindepräsident Mario Fedi ist die Sache erledigt. «Die Wohnwagen waren illegal abgestellt», so Fedi, «da können wir nicht einfach ja dazu sagen.» Die Angelegenheit sei sogar vom Kanton beurteilt worden. Es sei einfach, die öffentliche Hand verantwortlich zu machen, wenn einem etwas nicht passe. «Dass die Gemeinde mit dem Entscheid jemandem Schaden zufügen will, ist an den Haaren herbeigezogen», so Fedi.
Thoma mag nicht mehr kämpfen. «Das kostet zu viel und bringt nichts.» Ausserdem weiss er noch nicht einmal, wie er seinen Angestellten den nächsten Lohn zahlen soll. Er hofft, das Loch in der Kasse mit Kurzarbeit überbrücken und so seine Angestellten behalten zu können. «Vielleicht nehme ich noch Montagearbeiten an», überlegt Thoma laut.