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In Vals sind Politiker und Medien gefordert

Der Valser Investor Remo Stoffel soll ein Visionär sein. Ein spezieller allerdings, denn er ist erst kürzlich in zweiter Instanz verurteilt worden wegen ungetreuer Geschäftsbesorgung («Südostschweiz» vom 8.

Juli).

Gefordert sind die Politiker und die Medien! Kontrollorgane müssen Einblick erhalten, sonst wird der Bürger die Zeche bezahlen. Die Valser Behörde will Stoffels Leumund und Bonität nicht überprüfen. Obwohl die Eidgenössische Steuerverwaltung gegen Stoffel wegen Steuerhinterziehung und Steuerbetrug im Umfang von über 150 Millionen Franken ermittelt.

Das Wort Steuerbetrug ist in der Presse schon wiederholt gefallen. Auf der jährlichen Liste der reichsten Schweizer figuriert kein Remo Stoffel, auch nicht bei der ärmsten Kategorie mit einem Vermögen von 100 Millionen Franken. Wie kann da der Verwaltungsratsdelegierte Pius Truffer der Welt weismachen, Stoffel werde nun 200 Millionen investieren in einen Park und ein Luxushotel mit 70 neuen Zimmern? Schon der mit Peter Zumthor angedachte Hotelturm, Investitionssumme 50 Millionen, rechnete sich nicht. Truffer kennt die Zahlen.

Philipp Schmid, Vals

Zum Artikel «Motionär Abate kritisiert den Bund» in der Ausgabe vom 14. September.

Das Verbot für den Sonntagsverkauf für das Outlet Landquart droht zu einer sinnlosen Arbeitsplatzvernichtung auszuarten. Denn die Unia hat offenbar nicht mit den betroffenen Arbeitnehmern gesprochen, bevor sie den Rechtsweg beschritt. Sonst hätte sie gemerkt, dass mit ihrer Aktionitis wertvolle Teilzeitstellen für Einheimische vernichtet werden. Insbesondere junge Familien sind vielfach auf einen Zustupf aus ihrem sonntäglichen, stundenweisen Einsatz eines Familienmitglieds angewiesen. Die Arbeiterparteien und Gewerkschaften täten gut daran, Arbeitsplätze zu sichern, statt zu vernichten.

Ernst Nigg, Gemeindepräsident Landquart

Zum Artikel «Motionär Abate kritisiert den Bund» in der Ausgabe vom 14. September.

Mich erstaunt, mit welcher Hartnäckigkeit gewisse Gewerkschaften und linke Kreise die Sonntagsarbeit im Designer Outlet in Landquart verbieten wollen. Es ist der falsche Zeitpunkt für die Einstellung des Sonntagsverkaufs. Die Antwort des Bundesrates auf die Motion des Tessiner FDP-Ständerates Abate ist abzuwarten. Der Begriff «Fremdenverkehrsgebiete» wie im Arbeitsgesetz erwähnt, gibt es nicht mehr. Die Fremdenverkehrsgebiete sind nicht mehr definierte Orte, sondern funktionale Wirtschaftsräume.

Für mich ist unverständlich, dass Landquart gemäss Bundesgericht kein Tourismusgebiet ist. Landquart steht in nächster Nähe zum Heidiland und ist das «Tor» zu unseren weltbekannten Kurorten. Der ganze Kanton Graubünden generiert seine Wertschöpfung hauptsächlich im Tourismus.

Im Designer Outlet arbeiten Familienfrauen und Studierende, welche aus freien Stücken sonntags arbeiten möchten. Dieses Einkommen zum jetzigen Zeitpunkt zu verhindern, ist eine Zwängerei. Der Sonntagsverkauf im Designer Outlet ist das Kernelement für den nachhaltigen Erfolg. Fällt der Sonntagsverkauf und somit der umsatzstärkste Wochentag im Designer Outlet weg, hat dies einschneidende Folgen für die ganze Region Nordbünden.

Lucrezia Basig, Grossratsstellvertreterin FDP, Haldenstein

Hartnäckig schweigen die Bündner Lehrerinnen und Lehrer zur aktuellen Bildungsdebatte. Es macht den Anschein, dass ihnen die Statistenrolle genügt. Unverständlich, angesichts der möglichen Folgen des Lehrplans 21, der «konstruktivistischen Lerndiktate» oder der Primarfremdsprachenregelung. Doch schauen wir genauer hin.

Bereits im ersten Berufsjahr quittiert derzeit jeder sechste Lehrer den Schuldienst, nach fünf Jahren ist es schon fast die Hälfte. Eine grassierende Bevormundung der Lehrer durch modische Bildungsdiktate und faktische Einschränkung der Methodenfreiheit nimmt berufsschädigende Dimensionen an. Die Dauerbaustelle Volksschule wird zynisch als grosse Chance verkauft. Diese Missbildungen stehen in krassem Gegensatz zu den Erfolgsfaktoren im Beruf. Entmündigung schwächt die berufliche Autonomie und nagt am unerlässlichen Selbstbewusstsein. Einspruch aus den vielfältigen Handlungsfeldern der Lehrpersonen gilt rasch mal als Majestätsbeleidigung.

Drei durchaus mögliche Fallskizzen sollen deutlich machen, warum sehr viele Lehrer vorsorglich auf ihr Recht auf freie Meinungsäusserung verzichten:

• Fällt eine Lehrperson durch hartnäckige, wohlfundierte Kritik anlässlich einer Weiterbildungsveranstaltung auf, kann es leicht passieren, dass der Unbotmässige vor versammeltem Publikum «ruhiggestellt» wird. Misslingt dieses Unterfangen, droht dem «Wiederholungstäter» gar eine fürsorgliche Begleitung (neudeutsch: Coaching).

• Ein obligatorisches Projekt kommt bei der Lehrerschaft nicht gut an. Der Sinn des Unterfangens wird angezweifelt. Die Rückmeldung soll via Schulleiter an die Vorgesetzten gelangen. – Der Schulleiter weiss um die Erwartungen von oben und sucht diese zu erfüllen. Er relativiert die Bedenken der Lehrerschaft und kreiert eine «Hofberichterstattung».

• Lehrer Kümmerli hat die Nase voll und verfasst einen geharnischten Leserbrief. Er überlegt sich aber sehr genau, ob er diesen abschicken soll. Er tut es. – Schon bald aber quälen ihn düstere Gedanken, weil er plötzlich in unerwartete berufliche Turbulenzen geraten ist.

Es steht den Lehrerinnen und Lehrern zu, ihre Hoffnungen, aber auch Befürchtungen authentisch in die Bildungsdebatte einzubringen. Die Lebensweisheit Don Boscos «Gutes tun, fröhlich sein, und die Spatzen pfeifen lassen», ist schon ok, hat aber so ihre Tücken.

Fritz Tschudi, Chur

Haben Sie die jüngsten Meldungen zu den Erhöhungen der Strompreise verfolgt? In Chur wird der Preis um acht Rappen pro Kilowattstunde steigen. Für den Besitzer eines Einfamilienhauses ergibt sich bei einem Verbrauch von 8000 Kilowattstunden ein jährlicher Mehrpreis von 640 Franken. Nicht wenig.

Pure Augenwischerei auch seitens EWZ. In einer knappen Notiz in der «Südostschweiz» erklärt das EWZ, dass die monatliche Mehrbelastung 15 Franken beträgt. Zwar sind das im Jahr nur 180 Franken, es kommt aber bei den EWZ noch sehr viel dicker: Das preisgünstigste Produkt wird nicht mehr angeboten, sondern nur noch Strom aus erneuerbaren Energien. Das heisst für Sie (falls Sie das günstigste Angebot bezogen haben): Ihre Stromrechnung wird ab Januar 2015 um 50 Prozent teurer ausfallen. Anhand einer konkreten Stromrechnung der EWZ werden die Kosten ab nächstem Jahr 2402 Franken betragen gegenüber 1552 Franken bisher – gleichbleibenden Verbrauch vorausgesetzt. Das ist nicht mehr lustig. Wo bleibt der Aufschrei?

Für uns Verbraucher gibt es zwei kostengünstige Ansätze, um den Versorgungsunternehmen einen dicken Strich durch die Rechnung zu machen: ab sofort konsequent Strom sparen und schnell PV-Module installieren um den erzeugten Strom direkt in das Hausnetz einspeisen. Solar-Shops bieten dazu unter «Plug&Play» die Komponenten an, die Sie brauchen. Suchen Sie mal. Und installieren können Sie das selbst. In diesem Sinne: es gibt immer etwas zu tun, und jetzt ganz besonders.

Norbert Schwarzer, Präz

Zu den Artikeln «Letztlich ist der Wolf ein Konkurrent» in der Ausgabe vom 12. September und «Schutz des Wolfes wird aufgeweicht» in der Ausgabe vom 3. September.

Die Schafzüchter wollen den Wolf eliminieren, weil sie das billiger zu stehen kommt als ein sinnvoller Herdenschutz. Im Parlament wird darüber diskutiert, ob Wölfe das ganze Jahr hindurch geschossen werden sollen, sogar ohne Schonzeit. Und nun meldet sich auch die Bündner Regierung zu Wort. Sie lehnt das neue Wolfskonzept ab, weil es die «Abschüsse von Wölfen» erschwere und die Beute der Jäger verringern könnte. Der Wolf soll nun also auch noch ausgerottet werden, weil er ein Konkurrent der Jäger ist. Diese glauben anscheinend ein Recht auf Beute zu haben – während sie dieses Recht einem Wildtier absprechen. Was für eine Schande! Besser kann sich die Jägerschaft nicht unglaubwürdig machen!

Heinz Lienhard, Präsident Schweizer Tierschutz STS

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