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«Vals feiert Europa»: Eine Nachlese

Ich füge den zahlreichen Komplimenten, welche die Gemeinde Vals und vor allem das Organisationskomitee im Anschluss an das Fest der Preisverleihung des Europäischen Dorferneuerungspreises empfangen durften, noch eines hinzu:

Hut ab! Mit Interesse wohnte ich dem Festakt bei, der geprägt war von einer Leidenschaft für den ländlichen Raum, der Besinnung auf Stärken und Werte der Regionen sowie der Notwendigkeit, die Entwicklung von ländlichen Gegenden Zukunft trächtig zu gestalten.

Vals wurde an den Feierlichkeiten für besondere Leistungen einer sehr erfolgreichen Inwertsetzung der natürlichen Ressourcen Wasser – Stein – Landschaft mehrfach gerühmt.

Mit dem Verkauf des Hotels «Therme» steht die Gemeinde vor einem neuen Entwicklungsschritt. «Leuchttürme» – in Vals sind sogar deren zwei in Diskussion und Planung – versprechen auch im ländlichen Raum Zukunft. Der «Leuchtturm» Hotel «Therme» ist allein Sache des neuen Eigentümers und seines Teams. Bevölkerung und Gäste von Vals können nur hoffen – die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt – dass dieser «Leuchtturm» destinationsverträglich umgesetzt wird, denn Vals ist bereits eine feine, bekannte Destination!

Ein zweiter «Leuchtturm» – ein «japanischer Park» – soll im «Boda» entstehen. Dazu kann die Gemeinde mitreden, denn sie hat schliesslich das letzte Wort bei einer Zonenänderung. Ein «japanischer Park» im «Boda» steht in krassem Gegensatz zur bisherigen erfolgreichen Dorfentwicklung in Vals, zu den Stärken und Werten des Tales. Er ist weder ressourcenorientiert noch kulturverträglich. Es braucht Alternativen!

Wenn es ein parkähnlicher «Leuchtturm» sein muss, dann bietet sich doch die Valser Kultur- und Naturlandschaft in geradezu idealer Form selber an. Die grosse Herausforderung an den japanischen Stararchitekten ist nicht der Park im «Boda», sondern eine zweite (nach der Gesamtmelioration) feine «Veredlung» der Kulturlandschaft von Vals. Dies käme dann einer echten Wertschätzung der Arbeit unserer Vorfahren und der jetzigen Bauernsame gleich, die die Landschaft bebau(t)en, nutz(t)en und pfleg(t)en. Noch ein Detail: Als alt gedienter Heuer möchte ich auch im «Boda» eine Zeitlang noch heuen können.

Ich bin überzeugt, dass die Dorfbevölkerung nach dem Fest «Vals feiert Europa» wieder offener ist, die Weiterentwicklung der Gemeinde selber stärker in die Hand zu nehmen und nach Alternativen zum «japanischen Park» im «Boda» zu suchen.

Peter Loretz, Vals/Chur

Zum Artikel «Mitte-rechts-Mehrheit möglich» in der Ausgabe vom 5. Oktober.

Umfragen sind immer mit Vorsicht zu geniessen, aber die eindeutige Bevorzugung der bilateralen Verträge gegenüber der getreuen Umsetzung der Masseneinwanderungsinitiative gibt doch Anlass zur Hoffnung. Eine Mehrheit der Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürger scheint gute und gewinnbringende Beziehungen mit der EU doch als wichtige Säule für eine prosperierende Entwicklung unseres Landes zu sehen. Der bilaterale Weg ist seit der Abstimmung vom 9. Februar mit neuen Hindernissen gesäumt. Insofern ist es wichtig, den Bundesrat in Ruhe arbeiten zu lassen. Schliesslich muss die Regierung nicht mehr und nicht weniger die Quadratur des Kreises schaffen. Das Umfragevotum für den bilateralen Weg sollte Ansporn genug sein, für die Befürworter der Bilateralen die Deutungshoheit der Europapolitik nicht Christoph Blocher zu überlassen.

Pascal Merz, Sursee

Zum Artikel «Olympia war nicht traktandiert, stiess aber auf Begeisterung» in der Ausgabe vom 13. Oktober.

Gewisse Kräfte innerhalb des Bündner Gewerbeverbandes, allen voran Präsident Urs Schädler und Direktor Jürg Michel, legen ein selten erlebtes Demokratie-Unverständnis an den Tag. Gerade einmal eineinhalb Jahre, nachdem das Bündner Stimmvolk an der Urne die Kandidatur für die Olympischen Winterspiele 2022 abgelehnt hat, wird dieses Thema erneut aufgeworfen. Angeblich von Baumeisterkreisen sei diese Idee spontan entstanden, und von der Präsidentenversammlung sei der Auftrag zur Ausarbeitung eines entsprechenden Papiers an Direktor Jürg Michel erteilt worden. Es gelte den zu erwartenden negativen Auswirkungen der vom Stimmvolk (mit 50,6 Prozent) angenommenen Zweitwohnungsinitiative entgegenzuwirken.

Hätten Baumeisterverband und Gewerbeverband im Vorfeld zur Abstimmung über die Zweitwohnungsinitiative die Situation richtig eingeschätzt und sich entsprechend für die Ablehnung derselben eingesetzt, wäre die vermeintliche Ursache für das Desaster, auf welches Baugewerbe und Tourismus hinsteuern, gar nicht erst entstanden. Mit entsprechendem Einsatz wäre mindestens die Hälfte der 28 451 Stimmen, die den Ausschlag für die Annahme der Zweitwohnungsinitiative ausmachten, von den negativen Auswirkungen zu überzeugen gewesen, oder zumindest wäre die gleiche Anzahl an Stimmberechtigten zu motivieren gewesen, sich an die Urne zu begeben, um die Initiative abzulehnen. Die Initiative wäre mit entsprechendem Einsatz zu kippen gewesen.

Weshalb setzen sich Gewerbe- und Baumeisterverband nicht dafür ein, dass die Zweitwohnungsinitiative nochmals aufs politische Tapet kommt? Aufgrund der Zahlen müsste es einfacher sein, ein Geschäft, welches mit 50,6:49,4 Prozent (bei einer Stimmbeteiligung von 44 Prozent) beschlossen wurde, zu kippen als ein solches mit 53:47 Prozent.

Aber mit Olympischen Spielen kann man sich weit effektiver ins internationale Gespräch bringen als mit einer Zweitwohnungsinitiative, die lediglich von nationaler Bedeutung ist. Und deshalb frage ich mich, geht es um die Interessen des Volkes oder um persönliche Profiliersucht einzelner Verbandsexponenten?

René Stierli, Grüsch

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