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Unter Therme-Preisanstieg leidet die Surselva

Nicht mehr 40, sondern 80 Franken – das müssen Auswärtige ab August für einen Eintritt in die Therme Vals hinblättern. Die Leidtragenden sind die Tagesgäste – und die kommen hauptsächlich aus der Region.

Von Jano Felice Pajarola

Vals. – Der Feriengast in der Surselva möchte ein Bad besuchen? Der erste Tipp im Hotel oder im Tourismusbüro dürfte da ziemlich oft derselbe sein – die Therme Vals. In Zukunft allerdings könnte sich das ändern. Genauer: Ab dem 1. August. Dann wird das Hotel «Therme» frisch umgebaut sein (Ausgabe vom 10. Januar), und zur Neueröffnung steigen auch die Preise in der Therme selbst. 20 statt 13 Franken bezahlen Einheimische für den Eintritt, 45 statt 29 Franken die Feriengäste im Ort – und satte 80 statt 40 Franken die auswärtigen Besucher, also die Tagestouristen.

Grössere Investitionen nötig

Hoteldirektorin Sonja Dietrich bestätigt der «Südostschweiz», was sie bereits gegenüber «Radio Grischa» erklärt hat: Der Therme-Gast sei in erster Linie «der gestresste Städter», der im Bad seine Ruhe geniessen wolle – das vertrage sich nicht mit hohen Besucherzahlen. Man wolle die Qualität ausbauen, die Gäste im Dorf behalten und sie auch bevorzugen, so Dietrich. Natürlich steckt hinter der Preiserhöhung auch das Ziel, mehr zu erwirtschaften: Die Therme ist jetzt 18 Jahre alt, es werden grössere Investitionen in die Anlage nötig. «Das führt zu Kosten, die wir bislang nicht hatten», sagt Dietrich.

Wann die Sanierungen ausgeführt werden, ist noch nicht klar – und laut Pius Truffer, Delegierter des Verwaltungsrats, kennt man auch die Höhe der Investitionssumme noch nicht. Zu den eigentlichen Preiserhöhungen will sich Truffer nicht äussern, er verweist auf die Direktorin.

Ein Eintritt zu 80 Franken – kann Zumthors Valser Therme bei solchen Preisen ihren Status als touristischer Leuchtturm bewahren? Bei Graubünden Ferien rangiert sie immerhin unter den Top Ten der Attraktionen im Kanton. Doch bei der Marketingorganisation lässt man sich nicht auf die Äste hinaus: «Die Preiserhöhung ist der unternehmerische Entscheid eines Einzelbetriebes, dazu äussern wir uns nicht», sagt Mediensprecher Gieri Spescha. Die gleiche Reaktion bei Schweiz Tourismus: Man will keine Stellungnahme abgeben – die Preisfestsetzung liege «allein im unternehmerischen Entscheid der touristischen Leistungsträger», lässt Kommunikationschefin Daniela Bär wissen.

Einer, der sich weniger bedeckt gibt, ist Roland Huber. Als Geschäftsführer der Surselva Tourismus AG wird er die Folgen des Entscheids in seiner Arbeit zu spüren bekommen: «Betroffen sind vor allem die Feriengäste aus der umliegenden Region», sagt Huber – sie sind die typischen Valser Tagesgäste, die in Zukunft den doppelten Eintrittspreis für die Therme berappen müssen. «Wir haben die Therme nie aktiv beworben, aber sie ist das erste Angebot, das wir nennen, wenn der Gast nachfragt», so Huber. «Mehr Umsatz mit weniger Besuchern: Wenn das jetzt die Strategie des Unternehmens ist, müssen wir das akzeptieren.» Zumal das Angebot der Therme schon einem Eintrittspreis von 40 bis 70 Franken entspreche.

Zum Vergleich: Im Bogn Sedrun kostet der Eintritt 31 Franken, im Brigelser Bergspa La Val 48 Franken, im Spa des 5-Sterne-Resorts «Waldhaus» in Flims 65 bis 75 Franken.

Bis Ende März der alte Preis

Dass die Therme durch ihre Preisstrategie als Leuchtturm gefährdet sein könnte, glaubt Hoteldirektorin Dietrich nicht. Von der Preisverdoppelung sei nur ein kleiner Teil der Kunden betroffen. Natürlich habe sie bereits negative Reaktionen bekommen – «vereinzelte. Aber es wäre ja blauäugig, etwas anderes zu erwarten.»

Wer zum alten Preis baden will: Bis am 30. März ist es möglich. Danach schliesst die Therme bis im August.

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