Ein Tor von Falcao kurz vor der Pause sicherte dem FC Porto gestern den vierten grossen internationalen Titel der Vereinsgeschichte. Der Meister aus Portugal setzte sich im Final der Europa League in Dublin gegen Braga 1:0 durch.
Von Stefan Wyss
Fussball. – Mit dem Triumph in Dublin krönte der grosse Favorit FC Porto eine überragende Saison. Die «Dragões» beendeten die heimische Liga ungeschlagen und mit 84 von 90 möglichen Punkten. In der Europa League dominierte das Team in teilweise grandiosem Stil und erzielte allein in den Viertel- und Halbfinals 16 Tore. Trainer Andre Villas Boas, der Baumeister des Erfolges, setzte dabei einen Rekord. Mit 33 Jahren ist er, der zwischen 2002 und 2009 als Scout und Beobachter für José Mourinho arbeitete, der jüngste Coach, der einen europäischen Titel holte.
Aus einer Gruppe mit international weitgehend unbekannten Spielern ragt der smarte Trainer heraus. In seinem ersten Jahr als Trainer bei einem Spitzenklub bescherte er dem FC Porto den vierten grossen internationalen Titel nach zwei Triumphen im Meistercup (1987) und in der Champions League (2004) sowie den Gewinn des Uefa-Cup (2003).
Falcao einziger Torschütze
Während Villas Boas an der Seitenlinie dirigierte, waren auf dem Rasen die Scheinwerfer vor allem auf Portos Kolumbier Falcao gerichtet. Der Topskorer aus Kolumbien schoss auf dem Weg in den Final der Europa League 16 Tore. Er war in der europäischen Saison häufiger erfolgreich als das gesamte Team von Sporting Braga. Es war daher nur logisch, dass der Südamerikaner auch in Dublin am Ursprung von Portos Sieg stand. Kurz vor der Pause lenkte er eine präzise Flanke von Mittelfeldspieler Guarin mit dem Kopf ins Tor. Dem Treffer war ein haarsträubender Fehlpass von Bragas Verteidiger Alberto Rodriguez vorangegangen.
Es brauchte diesen folgenschweren Aussetzer von Rodriguez, um das Resultat aus dem Gleichgewicht zu kippen. Um das Spiel von den taktischen Fesseln zu lösen. 45 Minuten lang rannte der FC Porto gegen eine Wand an. Braga trat zwar nominell mit drei Stürmern an, doch bei gegnerischem Ballbesitz zogen sich sogleich acht Feldspieler des Aussenseiters hinter den Ball zurück. Und weil der FC Porto den Final gemächlich anging, entwickelte sich während der gesamten ersten Halbzeit kein flüssiges Spiel. Die lusitanische Fussballkunst war bestenfalls schemenhaft wahrzunehmen. Einzig Portos Stürmer Hulk deutete mit einzelnen Dribblings an, wozu gerade der Favorit eigentlich fähig wäre.
Das zähe Ringen zog sich bis zum Ende hin. Porto löste, anders als zuvor in vielen Partien des Wettbewerbs, die Handbremse nicht. Braga wurde nach der Pause zwar mutiger und griff den Gegner weiter vorne an. Die beste Chance zum Ausgleich vergab der eingewechselte Mossoro kurz nach der Pause. Er verzog seinen Schuss aus günstiger Position jedoch.