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Schweiz

Schweizer Löhne 2011 im Schnitt ein Prozent gestiegen

Die solide Wirtschaftslage und die tiefe Teuerung bescheren den Angestellten in der Schweiz eine leichte Erhöhung der Kaufkraft. Die Löhne sind im vergangenen Jahr im Durchschnitt um ein Prozent gestiegen. Nach Abzug der Teuerung bleibt real ein Plus von 0,7 Prozent.

Von Johannes Brinkmann

Der nominale Lohnanstieg von ein Prozent ist etwas höher als im Vorjahr (plus 0,8 Prozent), jedoch deutlich geringer als 2009 (2,1 Prozent) und 2008 (plus 2 Prozent), wie das Bundesamt für Statistik (BFS) gestern mitteilte. Die Löhne 2008 und 2009 waren allerdings noch von Salärverhandlungen zu Zeiten des Wirtschaftsbooms geprägt gewesen. Teuerungsbereinigt sieht der Vergleich mit den von den Boomzeiten beeinflussten Salären allerdings anders aus.

2008 wurde die ganze Lohnerhöhung von der Teuerung weggefressen, die wegen der Explosion der Erdölpreise auf 2,4 Prozent in die Höhe geschossen war. Deshalb mussten die Angestellten gar eine Kaufkrafteinbusse von 0,4 Prozent hinnehmen. 2009 schlug das Pendel in die andere Richtung aus. Weil die Konsumentenpreise in der Wirtschaftskrise um ein halbes Prozent sanken, verbesserte sich die Kaufkraft gar um 2,6 Prozent. Das war der höchste Wert seit Beginn der Statistik im Jahr 1987. Im Jahr 2010 mussten die Arbeitnehmer dann eine Stagnation hinnehmen. Nach Abzug der Teuerung stiegen die Reallöhne lediglich um 0,1 Prozent.

Moderater Anstieg

Nun hätten die nach wie vor spürbaren Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sowie die schwache Teuerung zu einem moderaten Lohnanstieg im Jahr 2011 geführt, schreibt das BFS weiter. Die Lohnerhöhungen seien im Herbst 2010 vereinbart worden, als man die Teuerung auf 0,6 Prozent geschätzt habe. Zum Vergleich: Im Rahmen der wichtigsten Gesamtarbeitsverträge (GAV), die rund eine halbe Million Arbeitnehmer abdecken, wurde für 2011 eine effektive Lohnerhöhung von 0,9 Prozent vereinbart. Damit fiel der Saläranstieg im vergangenen Jahr unterdurchschnittlich aus. Zwischen 2007 und 2011 haben die Nominallöhne laut BFS jährlich im Durchschnitt um 1,5 Prozent und die Reallöhne um 0,8 Prozent zugenommen.

IT-Branche an Spitze

Über die grössten nominalen Aufbesserungen auf dem Konto konnten sich die Informatiker freuen (plus 2,5 Prozent) vor den Versicherungsangestellten (plus 2,3 Prozent). Im über Preisdruck klagenden Detailhandel erhielten die Mitarbeitenden 1,7 Prozent mehr. Dies ist eine deutliche Zunahme im Vergleich zum Vorjahr, als die Löhne lediglich um ein halbes Prozent gestiegen waren. Durchschnittlich profitierten die Banker und Finanzdienstleister. Mit einer Lohnzunahme um 1,1 Prozent hätten sie das Niveau vor der Krise von 2008 allerdings noch nicht wieder erreicht, schreibt das BFS. In der Industrie steht die Chemie- und Pharmabranche mit einem Plus von 1,4 Prozent an der Spitze, nach plus ein Prozent im Jahr zuvor. Im Maschinenbau nahmen die Nominallöhne um ein Prozent zu; im Jahr 2010 hatten die Löhne stagniert. Dagegen schauten die Staatsdiener und die Tourismusangestellten in die Röhre. Die öffentliche Verwaltung und die Beherbergungs- und Gastronomiebranche blieben ohne Lohnerhöhung. Damit büssten beide Sektoren real 0,2 Prozent an Kaufkraft ein. Kaum mehr erhielten auch die Beschäftigten in der Nahrungsmittel- und Getränkeherstellung sowie Tabakverarbeitung (nominal plus 0,2 Prozent). (sda)

  • Quelle: Bündner Tagblatt
  • Datum: 28.04.2012, 00:00 Uhr
  • Webcode: 2182846
 
 

Bündner Tagblatt | Sa, 25. May 2013 | Markt
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