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Repower-Tochter verklagt Kohlekraftgegner

Drei Antikohle-Aktivisten in Italien droht Ungemach. Die Projektgesellschaft SEI verklagt sie wegen Rufschädigung – und fordert vier Millionen Euro Schadenersatz. Die Repower AG distanziert sich von der Klage der Tochtergesellschaft.

Von Carlo Lardi

Poschiavo. – Die italienische Projektgesellschaft SEI, die in Italien ein Kohlekraftwerk plant, klagt gegen drei Kalabresen wegen Rufschädigung. Angeklagt sind drei Mitglieder des «Coordinamento Associazioni Area Grecanica», einem Zusammenschluss von Gruppierungen, die sich gegen den Bau des geplanten Kohlekraftwerks aussprechen. Gemäss einer Medienmitteilung der SEI fordert die Projektgesellschaft mit Sitz in Mailand vier Millionen Euro Schadenersatz. Die drei «Aktivisten» Giuseppe Toscano, Paolo Catanoso und Noemi Evoli hätten «die Ehre, den Ruf, das Image und die Identität» der SEI mit ihrer «satirischen» Kommunikation verletzt.

«Das ist nicht unsere Sache»

Die SEI ist eine Tochtergesellschaft der Repower AG und gehört dem Bündner Energieunternehmen zu 57,5 Prozent. Nach Annahme der Volksinitiative «Ja zu sauberem Strom ohne Kohlekraft» im vergangenen September durch das Bündner Stimmvolk, hat Repower den Ausstieg aus dem Kohlekraftwerk-Projekt angekündigt. Repower-Mediensprecher Werner Steinmann hält es nicht für nötig, zu der Klage der Tochter Stellung zu nehmen. «Das ist nicht unsere Sache. Wir bereiten unseren Ausstieg aus dem Projekt vor.» Ansonsten habe Repower mit dem Projekt nichts mehr zu tun.

In ihrem jüngsten Geschäftsbericht beurteilte Repower das projektierte Kohlekraftwerk «aufgrund des unsicheren Marktumfelds und der zukünftig weiterhin befürchteten niedrigen Energiepreise» im Übrigen als faktisch wertlos.

Der Schweizer Antikohle-Aktivist und Energiespezialist Peter Vogelsanger räumt der Klage wenig Chancen ein. Vogelsanger lässt sich per Mitteilung zudem über Fabio Bocchiola aus. Bocchiola ist Geschäftsführer der SEI, er leitet den Geschäftsbereich Italien des Bündner Energieunternehmens und sitzt in der Repower-Konzernleitung. «Mit seiner Klage scheint der Chef von Repower Italien sich wegen seiner Niederlage rächen zu wollen», schreibt Vogelsanger. «Im Vordergrund scheint Bocchiola die Sorge um seinen persönlichen Ruf zu stehen.»

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