Die Hitzewelle in der Schweiz hat gestern für Jahresrekorde gesorgt. Auch die Fische im Land würden schwitzen, wenn sie könnten. Und weil nun auch noch die Feuchtigkeit steigt, wirds gefühlt noch heisser.
Bern. – Laut SF Meteo wurden gestern Nachmittag in Sitten 36,9 Grad gemessen – dies ist die höchste von SF Meteo ermittelte Temperatur seit dem Hitzesommer 2003. Meteomedia registrierte in Steg und in Siders, beide ebenfalls im Wallis, sogar 37,4 beziehungsweise 36,6 Grad.
Vielerorts heissester Tag des Jahres
Beide Wetterdienste vermeldeten mehrere lokale Jahreshöchstwerte. Diese betrafen vor allem Genf, St. Gallen, St. Moritz und das Tessin. Im Mittelland lagen die Temperaturen verbreitet zwischen 31 und 34 Grad. An den meisten Orten war der gestrige Tag der bisher heisseste des laufenden Jahres, wie SF Meteo am Abend mitteilte.
Der absolute Schweizer Hitzerekord dürfte auch in den nächsten Tagen unerreicht bleiben. Am 11. August 2003 waren in Grono im Misox 41,5 Grad gemessen worden. Grono ist laut Meteo Schweiz mit einer mittleren Jahrestemperatur von 11,7 Grad der statistisch wärmste Ort der Schweiz.
Je feuchter, desto heisser
Die Hitzewelle ist nach den Rekordwerten zum Wochenbeginn noch nicht vorbei. Für Hitzeempfindliche erschwerend kommt in den nächsten Tagen eine hohe Luftfeuchtigkeit dazu. Diese führt dazu, dass selbst Temperaturen unter 30 Grad noch als sehr heiss empfunden werden.
Der sogenannte Hitzeindex besagt, dass sich 30 Grad bei 50 Prozent Luftfeuchtigkeit wie 31 Grad anfühlen. Bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit ergibt sich ein Wert von 36 Grad und bei 90 Prozent sind 30 gefühlte 41 Grad
Von einer richtigen Abkühlung kann laut der Mitteilung von SF Meteo erst am Wochenende gesprochen werden, wenn von Nordwesten deutlich kühlere Luft in die Schweiz gelangen soll.
27 Grad im Luganersee
Die Hitze hat in den letzten Tagen auch die Schweizer Gewässer stark aufgeheizt: Selbst Fliessgewässer weisen laut dem Bundesamt für Umwelt angenehme Badetemperaturen auf. So wurden in der Aare bei Bern gestern 22,7 Grad messen. Bei Klingnau im Kanton Aargau waren es sogar 24,8 Grad. Im Rhein bei Rheinfelden und in der Reuss bei Mellingen, beide ebenfalls Aargau, wurden 23,8 beziehungsweise 24,5 Grad angezeigt. In der Thur bei Andelfingen im Zürcher Weinland waren es 24,2 Grad, in der Broye bei Payerne im Kanton Waadt 25,5 Grad.
Noch höhere Temperaturen als die Flüsse erreichten naturgemäss stehende Gewässer. Laut Angaben von Meteo News wurde im Luganersee mit 27 Grad die höchste Wassertemperatur gemessen, der benachbarte Lago Maggiore war immerhin 26 Grad warm. Auf 25 Grad stiegen die Wassertemperaturen im Bieler-, Genfer-, Greifen- , Murten-, Zuger- und Zürichsee. Der Brienzersee im Berner Oberland mit seinen Schmelzwasserzuflüssen erwärmte sich lediglich auf 21 Grad.
Freibäder mit über 30 Grad
Die höchsten Badetemperaturen haben wie üblich nicht natürliche Gewässer, sondern die Freibäder. Laut der Website von Schweiz Tourismus wiesen gestern viele Becken Temperaturen von über 30 Grad auf. (sda)