Nach dem Blutbad in einem Fussballstadion ist die Gewalt in Ägypten gestern weiter eskaliert und hat mindestens vier Menschen das Leben gekostet. In Kairo kam es zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei.
Bei gewaltsamen Protesten in der Hauptstadt starben zwei Menschen. Nach Angaben von Ärzten kamen die Demonstranten durch das Einatmen von Tränengas ums Leben. Sie hatten sich einer Demonstration nahe des Innenministeriums angeschlossen, wo die Polizei mit Tränengas gegen die Steine werfenden Demonstranten vorging.
10 000 auf dem Tahrir-Platz
Hunderte Menschen wurden von Sanitätern behandelt. Mehr als 10 000 Demonstranten hatten sich zuvor auf dem Tahrir-Platz versammelt, von wo sie zum Innenministerium weiterzogen. Dort schlug der anfangs friedliche Protestmarsch in Gewalt um. Die wütende Menge stürmte gestern auch ein in der Nähe des Ministeriums gelegenes Gebäude der Steuerbehörde. Nach Angaben aus Sicherheitskreisen flogen Brandbomben. Die Eindringlinge hätten Möbel und Akten zerstört, hiess es. Die Polizei habe Instruktion erhalten, im Umgang mit den Randalierern zurückhaltend zu sein. Daran hätten sich die Beamten auch gehalten, obwohl bei den jüngsten Unruhen 138 Polizisten verletzt worden seien. Auch in der rund 140 Kilometer entfernten Stadt Suez, wo in der Nacht auf gestern zwei Menschen bei Protesten erschossen wurden, gab es Ausschreitungen. (sda)