Alt Stadtrat Martin Jäger lässt die Kritik im Veruntreuungsfall bei den Sozialen Diensten Chur nicht auf sich sitzen: Die GPK habe ihn nie dazu befragt.
Von Hansruedi Berger und Dario Morandi
Chur. – Der ehemalige Stadtrat und heutige Regierungsrat Martin Jäger wird von der Geschäftsprüfungskommission (GPK) des Churer Gemeinderats massiv kritisiert. Er «trage die Hauptverantwortung für das jahrelange Dulden von organisatorischen Mängeln und ungenügend wahrgenommener Führungsverantwortung bei den Sozialen Diensten», heisst es im gestern veröffentlichten Bericht.
Doch Jäger weist die Kritik zurück. Obwohl er von der GPK schriftlich eine Befragung verlangt habe, sei er von dieser nie zum Veruntreuungsfall bei den Sozialen Diensten der Stadt Chur kontaktiert worden, so Jäger gegenüber der «Südostschweiz».
Im Übrigen habe die GPK während seiner zwölfjährigen Tätigkeit im Stadtrat jeweils zweimal jährlich auch die Sozialen Dienste unter die Lupe genommen. Es sei jedoch nie ein Hinweis laut geworden, die Organisation in der Dienststelle sei ungenügend.