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Kampf gegen Strom aus Kohle ist lanciert

Die Befürworter der Initiative «Ja zu sauberem Strom ohne Kohlekraft» haben gestern den Abstimmungskampf eröffnet. Ob Repower die Kohlekraftpläne endgültig aufgeben muss, entscheidet das Stimmvolk am 22. September.

Chur. – Die Bündner Kohlekraftgegner haben gestern mit einem 50-köpfigen Komitee den Abstimmungskampf gegen das geplante Repower-Kohlekraftwerk im italienischen Saline Joniche begonnen. Hinter dem Komitee stehen unter anderem WWF-Geschäftsführerin Anita Mazzetta und Tanya Schmid von der Bürgerbewegung «Zukunft statt Kohle».

Ein Kohlekraftwerk, das, so Mazzetta, «sechsmal so viel CO2 verursacht wie alle Bündner Haushalte zusammen», passe nicht zu Graubünden. Betreibe der Bündner Energieriese Repower in Zukunft ein Kohlekraftwerk in Italien, mache das die Energie- und Strompolitik des Kantons unglaubwürdig.

Emissionen nicht exportieren

Unternehmer Stefan Balzer lobte die Zielsetzung des Kantons, erneuerbare Energien und Effizienz zu fördern. Mit dieser Strategie schaffe man Arbeitsplätze, sagte er. Umso unverständlicher sei, weshalb der Kanton als Repower-Hauptaktionär beim geplanten Kohlekraftwerk in Süditalien von seiner Strategie abweiche. Kohlekraftwerke erzeugten eine «Unmenge gesundheitsschädigender Schadstoffe, beispielsweise Feinstaub», betonte Thomas Rothe, Chefarzt an der Zürcher Höhenklinik Davos. Wenn man wisse, wie gefährlich solche Emissionen seien, «sollten wir sie nicht ins Nachbarland exportieren».

Die Regierung müsse «endlich Führungsverantwortung übernehmen» und Repower «ihr eigenes Monster begraben», forderte schliesslich Schmid. Der Gegenvorschlag der Regierung, der ebenfalls am 22. September zur Abstimmung kommen wird, sei aber nur ein «Feigenblatt», denn dieser lasse den Bau des umstrittenen Kraftwerkes in Saline Joniche dennoch zu. (so)

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