Mit dem Rücktritt von Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand ist die Affäre noch nicht ausgestanden. Die SVP will immer noch eine PUK.
Bern. – Für SVP-Vizepräsident Christoph Blocher ist mit dem Rücktritt von Nationalbankpräsident Philipp Hildebrand erst ein Anfang gemacht. Er und seine Partei nehmen nun den Bankrat und letztlich auch den Bundesrat als Aufsichtsbehörde ins Visier. Sie beharren auf der Einsetzung einer Parlamentarischen Untersuchungskommission (PUK).
Raggenbass will bleiben
Bankratspräsident Hansueli Raggenbass, der in der Affäre nicht die beste Figur gemacht hat, will im Amt bleiben, wie er gestern Abend klarstellte. Der bisherige Nationalbank-Vize Thomas Jordan hat sich derweil bereit erklärt, die definitive Nachfolge Hildebrands anzutreten, wenn ihm der Bundesrat die Aufgabe zutraue.
Hildebrand hat gestern vor den Medien in Bern überraschend seinen sofortigen Rücktritt erklärt, weil es ihm nicht möglich sei, seine «Ehrlichkeit definitiv zu beweisen». In der Tat entlastet der gestern veröffentlichte E-Mail-Verkehr zwischen ihm, seiner Frau Kashya sowie dem Kundenberater der Bank Sarasin Hildebrand nicht vom Verdacht, von dem Devisengeschäft gewusst zu haben.
Die Parteien reagierten unterschiedlich auf Hildebrands Rücktritt. Dieser sei «unausweichlich» gewesen, meint die SVP, während ihn FDP und CVP bedauern. SP und Grüne bezweifeln, dass ein Neuanfang gelingen könne, solange Raggenbass im Amt bleibe. Und die BDP zeigt sich entsetzt über die mehrwöchige Kampagne gegen Hildebrand. Allen gemein ist die Hoffnung, dass bei der Nationalbank nun wieder Ruhe einkehrt. (sda/dsi)