Graubünden hat im letzten Jahr massiv Logiernächte verloren. Der Asien-Boom soll nun nicht mehr länger am Kanton vorbeigehen.
Von Hans Bärtsch
Zürich. – Gäste aus Deutschland entwickeln sich für Graubünden immer mehr zum Klumpenrisiko, vor allem seit sie wegbleiben. Gut 440 000 Hotelübernachtungen hat der Kanton im letzten Jahr eingebüsst, wie die Beherbergungsstatistik 2011 zeigt. Das ist ein Minus von 7,6 Prozent auf 5,36 Millionen Logiernächte. Graubünden musste damit den deutlichsten Rückgang aller Schweizer Tourismusregionen hinnehmen. Rund die Hälfte des Verlustes geht auf die Kappe der deutschen Touristen.
Gesamtschweizerisch gab es zwar auch ein Minus bei den Logiernächten, aber dank starker Zuwächse aus dem asiatischen Raum nur ein relativ geringes. Vom Boom insbesondere von Gästen aus China soll künftig auch Graubünden profitieren, das bisher für chinesische Gruppenreisen nicht «am Weg» lag, wie es seitens der Marketingorganisation Schweiz Tourismus heisst. Weil Chinesen die Schweiz vermehrt wiederholt bereisen, brauche es auch neue Angebote. Und die seien in Graubünden vorhanden, so Schweiz-Tourismus-Direktor Jürg Schmid.