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Städtepartnerschaft Arosa – Shangri-La

Friedlicher Protest

Rund 20 Exiltibeter haben gestern in Arosa gegen die Städtepartnerschaft von Arosa mit der tibetischen Stadt Shangri-La demonstriert. Die Kundgebung verlief bis auf einen kurzen Zwischenfall ruhig und friedlich.

«Vernunft, Weitblick und Herz zeigen»: Tibetische Demonstranten fordern von Arosa, die Städtepartnerschaft aufzulösen.

Von Christian Buxhofer

In Arosa ist gestern Nachmittag im Rahmen der Städtepartnerschaft zwischen Arosa und Shangri-La (China) eine öffentliche Kulturveranstaltung durchgeführt worden. Die rund 100 Veranstaltungsbesucher wurden vor dem Sport- und Kongresszentrum Arosa von rund 20 demonstrierenden Exiltibetern «empfangen», die eine rosarote Brille trugen. Arosa sei die erste Tourismusdestination, die «mit einer von Tibetern besiedelten, fremdbestimmten Region» eine Partnerschaft eingehe, lautete die Kritik.

Mit dem Slogan «Weg mit der Arosaroten Brille» riefen sie die Gemeindebehörden von Arosa auf, die Städtepartnerschaft aufzulösen und auf diese Weise «Vernunft, Weitblick und Herz» zu zeigen. Solange sich in Tibet «aus Protest gegen brutalste Unterdrückung Mönche, Nonnen und Zivilpersonen» selbst verbrennen würden, sei eine solche Zusammenarbeit unverständlich. Die Partnerschaft sei aber nicht nur ein Hohn gegenüber allen Menschen, die sich für Menschenrechte einsetzten, sondern auch gegenüber allen, die sich für nachhaltigen Tourismus und Arosa engagierten, heisst es im verteilten Flugblatt verschiedener Tibeterorgansationen. Ohnehin sei es illusorisch, dass es im Himalaya-Gebiet auf über 4000 Meter über Meer einmal olympische Winterspiele geben werde, sagte einer der Demonstranten gegenüber dem BT.

Die Protestaktion verlief ruhig und friedlich, die Polizei verfolgte das Geschehen diskret und ohne einzugreifen und zog am Abend auch eine positive Bilanz: Aus Sicht der Kantonspolizei sei der Anlass problemlos und ohne nennenswerte Zwischenfälle abgelaufen, wie Mediensprecher Daniel Zinsli am Abend auf Anfrage sagte. Eingreifen mussten hingegen die privaten Ordnungshüter der Veranstalter, als sich drei Tibeter kurz vor Schluss des Anlasses im Saal lautstark bemerkbar machten, «Freiheit für Tibet» forderten und offensichtlich auch auf die Bühne steigen wollten.

Die Demonstranten leisteten Widerstand und es dauerte gut eine Minute, bis sie aus dem Saal geführt werden konnten.

Gemeindepräsident Lorenzo Schmid hatte zu Beginn des Kulturevents in seiner Grussansprache klargemacht, dass Arosa zur Städtepartnerschaft weiterhin vorbehaltlos steht. Die Stadt Shangri-La wolle sich touristisch ähnlich entwickeln, wie das Arosa in den letzten Jahrzehnten getan habe. Anliegen des Umweltschutzes und der Nachhaltigkeit werde dabei ein grosses Gewicht beigemessen und hier könne Arosa mit seinem Know-how helfen.

Umgekehrt könne aber auch Arosa von der Partnerschaft kulturell und wirtschaftlich profitieren. Mit ähnlichen Worten untermauerte auch Jianquan Liang, Generalkonsul der Volksrepublik China in Zürich, die Bedeutung der Partnerschaft. Gegenüber dem BT kritisierte er die Protestaktion.

  • Quelle: Bündner Tagblatt
  • Datum: 06.02.2012, 01:00 Uhr
  • Webcode: 1351550
 

Bündner Tagblatt | Di, 22. May 2012 | Front
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