Speichern

Duri Campell, ein Bauer und Skilehrer, der auch politisiert

Er ist Politiker, Bauer und Skilehrer in einer Person: In der Regel bekommt Duri Campell alles unter einen Hut. Aber manchmal wird es schon ein bisschen viel. Eine Begegnung in Chapella.

Von Dario Morandi (Text) und Rolf Canal (Bilder)

Cinous-chel. – Er kommt gerade von der Heuernte. Duri Campell hat sich etwas verspätet. «Die Ballenpresse hat nicht richtig funktioniert, wir mussten für Ersatz sorgen», sagt er. Doch nun ist alles im Trockenen. Die Landwirtschaft ist allerdings nur eine Domäne im Leben des vielseitigen und stets fröhlichen Engadiners. Der 47-Jährige ist daneben noch Grossrat, Leiter der Skischule Zuoz und Mitglied von mehreren lokalen Gremien. Zudem ist er Besitzer des Campingplatzes Chapella, den allerdings seine Gattin Erna Campell (44) führt. «Das ist ihr Betätigungsfeld, da rede ich ihr nicht rein», stellt er augenzwinkernd klar. Der viel sagende Blick seiner Frau signalisiert ihm, dass er dies auch künftig besser bleiben lässt ...

Sich der Viehaufzucht verschrieben

Die Campells wohnen mit ihren beiden Töchtern Ladina (21) und Madlaina (19) in einem schmucken Engadinerhaus auf familieneigenem Hof im Gebiet Chapella zwischen S-chanf und Cinous-chel. Dort, wo im Sommer das kleine, aber feine Open Air Chapella steigt. Den Betrieb bewirtschaftet Campell zusammen mit seinem Schulfreund Schimun Meng. Und dies offenbar mit Erfolg. «Die Rechnung stimmt eben, wenn man in der Landwirtschaft zusammenspannt», glaubt Campell. Maschinen besitzen er und Meng nur wenige. «Wenn wir etwas brauchen, mieten wir es an. Das ist günstiger.» Die beiden haben sich ganz der Viehaufzucht verschrieben. Bis zu 120 Stück finden im Stall Platz, der nach modernsten Gesichtspunkten konzipiert ist. «Es ist eine Art Pensionsstall», erklärt Campell. «Wir ziehen die Tiere gegen Entgelt auf und geben sie danach an die Besitzer zurück.» Die beiden treten aber auch als Viehzüchter auf. Er sei ein «echter Braunvieh-Narr», sagt Campell.Im Winter mutiert Campell jeweils vom Bauern zum Leiter der Skischule Zuoz. Begonnen hat er seine Skilehrer-Karriere 1984 in Celerina. Zu seinen Kunden gehörten damals viele Prominente. Namen will er aber aus Diskretionsgründen keine nennen. Eine Ausnahme macht er aber doch noch: «Das darf ich, weil ich mit ihnen befreundet bin und sie nichts dagegen einzuwenden haben», sagt er. Es ist die italienische Industriellen-Familie Casiraghi. Deren Sohn Stefano, der 1990 mit einem Rennboot tödlich verunglückte, war mit Prinzessin Caroline von Monaco verheiratet.

Die Landwirtschaft entdeckt

Die Casiraghis seien tolle Leute. «Sie waren oft auf unserem Hof und kamen da das erste Mal in ihrem Leben mit der Landwirtschaft in Berührung.» Und das war auch für ihn ein ganz besonderes Erlebnis. «Kinder und Erwachsene konnten eine vollkommen neue Welt entdecken.» Zu Campells Kundschaft gehörten aber auch Leute, die sich wegen ihres Reichtums oder ihres gesellschaftlichen Status für etwas Besseres hielten. Doch damit müsse man als Skilehrer umgehen können, meint er. «Es gibt halt auch da nette und weniger nette Menschen.»

Lieber in Kommissionen arbeiten

Breiten Raum in Campells Leben nimmt die Politik ein. Seit 2006 sitzt er im Grossen Rat. Der grosse Auftritt ist allerdings nicht sein Ding. Der BDP-Politiker mag es bescheiden, arbeitet lieber in den Gremien des Rates mit. Zurzeit ist er Mitglied der Kommission für Justiz und Sicherheit. «Da kann man mehr Einfluss auf ein Sachgeschäft nehmen als während einer Debatte», glaubt er.Campell wünscht sich, dass sich die Politik mehr der Realität anpasst. «Die beiden Bereiche driften nicht selten stark auseinander.» Seine Tätigkeiten und Ämter bringt er gemäss eigener Einschätzung inzwischen gut unter einen Hut. Manchmal sei es aber schon ein bisschen viel. Und er ist auch schon «an Grenzen gestossen»,wie er sagt. Etwa als er noch Gemeindepräsident von S-chanf war. «Da war ich im Monat gerade noch an drei Abenden zu Hause.» Das möchte er nicht mehr. Dafür gibt es im Gegenzug für seine Familie und ihn selber ein Stück mehr Lebensqualität.

Radio Grischa sendet heute zwischen 17 und 18 Uhr Ausschnitte aus dem «Donnschtig-Talk», den die Südostschweiz Medien gestern in der Schaukäserei Morteratsch zum Thema «Innerengadiner Emigration» veranstaltet haben.

  • Quelle: Südostschweiz Ausgabe Graubünden
  • Datum: 13.08.2010, 00:00 Uhr
  • Webcode: 622867
 
 

Die Südostschweiz, Graubünden | So, 20. Apr 2014 | Region
RSS

Mehrere Bündner Strassen müssen in diesem Monat infolge Bauarbeiten gesperrt werden. Die Engadinerstrasse zwischen St. Moritz und Celerina, Kreisel Bahnhof bis Charnadüraschlucht, muss wegen der Montage eines Schutztunnels und des Abbruchs einer Betonkonsole beim RhB-Viadukt für insgesamt zehn Nächte gesperrt werden.

Grosse Ehre für den Besitzer des Hotels «Paradies» in Ftan. Horst Rahe wurde kürzlich in die «Travel Hall of Fame» des deutschen Travel Industry Club aufgenommen.

Die SVP Engiadina Bassa und Val Müstair hat kürzlich die Kandidaten für die Grossratswahlen nominiert. Wie die Partei in einer Medienmitteilung schreibt, geht sie im Kreis Sur Tasna mit dem bisherigen Stellvertreter Domenic Toutsch ins Rennen um den Grossratssitz.

Anlässlich ihrer Generalversammlung hat die SVP Kreis Churwalden ihren Präsidenten Christoph Brasser als Kandidaten für den Grossen Rat nominiert. Für eine Grossrats-Stellvertretung wurde keine Empfehlung abgegeben.

Gefeiert wird das 100-Jahr-Jubiläum des Valser Paramenten-Vereins am Sonntag, 31. August. Zahlreiche Sponsoren und Gönner ermöglichen dem Verein den grossen Festtag:

Zum 96. Mal geht der Circus Knie während acht Monaten auf Schweizer Tournee. Die jüngste Vertreterin der achten Generation debütiert dabei auf der grossen Bühne.

Sie leisten eine Arbeit, die meist erst auf den zweiten Blick sichtbar ist. Zum 100-Jahr-Jubiläum ihres Vereins treten sie nun ans Licht der Öffentlichkeit: die 28 Frauen, die sich in Vals um Altartücher, Messgewänder und Prozessionsfahnen kümmern.

Wohneigentum wird billiger. Daran, was derzeit auf dem Bündner Immobilienmarkt passiert, kann man sich kaum mehr erinnern, über Jahre lief die Entwicklung schliesslich in die umgekehrte Richtung.

Die Immobilienpreise sind in Graubünden im letzten Jahr gesunken. Fachleute erkennen hinter den Preisrückgängen allerdings kein Muster. Es sind sowohl touristische Zentren wie Randregionen betroffen. Der Trend dürfte anhalten.

Ute Kuhn, die Witwe des Pianisten Paul Kuhn, klagt gegen zwei auf der Lenzerheide wohnhafte Bündner und einen Churer Anwalt. Der Grund: Die drei sollen den Verkauf ihrer Wohnung in Lenzerheide verhindert haben.

Zutaten:

Es ist das schon das fünfte Jahr, dass Behruz Gholamhoseinpur für die Gislers Spargeln sticht. Die «Schweiz am Sonntag» hat ihn begleitet.

Communityticker

Community

Top-Deals

Faszination Klettern kennenlernen - Kletter-Grundkurs 1 (ein Abend) und Gutschein für vier Abende individuelles Klettern
CHF 95.-
CHF 195.-
mehr
10 x 1 Stunde Tennis spielen im Tennis Club in Chur
CHF 130.-
CHF 260.-
mehr
Ein Stück sizilianische Sonne - 6 Flaschen Essenza Siciliana
CHF 59.-
CHF 130.-
mehr
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website