Im Bündner Gesundheitswesen gibt es mächtig Zoff: Die Personalverbände gehen gegen die neue Spitalfinanzierung vor.
Von Dario Morandi
Chur. – Das kann ja heiter werden mit der Einführung der neuen Schweizer Spitalfinanzierung: Gewerkschaften und Berufsverbände des Gesundheitswesens haben gestern das Referendum gegen den Beschluss des Grossen Rates ergriffen, die Spitalfinanzierung über Fallkostenpauschalen zu Beginn des nächsten Jahres auch in Graubünden einzuführen. Die ersten Unterschriftenbogen sind bereits im Umlauf.
Die Arbeitnehmerorganisationen stören sich daran, dass im neuen System zu wenig Geld für die Finanzierung von gemeinwirtschaftlichen Leistungen vorgesehen ist, die von den Spitälern erbracht werden. Dazu gehört unter anderem der Notfall-Bereitschaftsdienst.
Darunter werde die Pflegequalität leiden, weil wegen des Kostendrucks Personal abgebaut werden müsse, heisst es. Die Verbände gehen davon aus, dass ohne ausreichende Finanzierung dieser Leistungen in den Spitälern etwa 350 Stellen verloren gehen werden.