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Auch im Haus Zerfreila sind die Eigentümer auf der Hut

Einigung im Therme-Appartementhaus Selva: Remo Stoffel führt nur ein redimensioniertes Sanierungsprojekt durch. Pläne hat er aber auch für das Haus Zerfreila. Die dortigen Eigen-tümer befürchten ein ähnliches Vorgehen wie im Selva.

Von Jano Felice Pajarola

Vals/Chur/Zürich. – Sie hat am Donnerstagabend am Hauptbahnhof Zürich stattgefunden: eine ausserordentliche Eigentümerversammlung des in die Schlagzeilen geratenen Selva-Appartementhauses der Valser Therme. Dabei wurde einem redimensionierten Umbauvorhaben der 7132 AG zugestimmt, notabene ohne Gegenstimme, wie deren Verwaltungsratspräsident Remo Stoffel betont: Statt der Ende November beantragten Strangsanierung (Ausgabe vom Montag) erneuert die 7132 AG lediglich 18 Zimmer, die ihr oder den ihr zugewandten Besitzern gehören. Die anderen Einzeleigentümer werden nicht tangiert. Die Arbeiten sind von April bis Juni 2015 geplant.

Neue Besitzer «sind informiert»

Zu den 18 Zimmern, die im Stil des japanischen Architekten Kengo Kuma umgebaut werden sollen, gehören sieben jener Appartements, die kurz vor der Novemberversammlung die Hand gewechselt haben. Wie Stoffel bestätigt, kostet ein solcher Zimmerumbau rund 250 000 Franken. Die neuen Besitzer seien informiert über die Umbaupläne. Es sei nicht etwa er selbst, der im Hintergrund investiere, es seien tatsächlich diese Geschäftspartner und Gesellschaften. Die Zimmer würden anschliessend ans «7132 Hotel» vermietet. «Was man dabei nicht unterschätzen darf, ist die Rendite. Natürlich braucht es eine gewisse Risikobereitschaft, aber es könnte finanziell nicht uninteressant sein.»

Wissen die Käufer also, was auf sie zukommt? Auf eine entsprechende Nachfrage der «Südostschweiz» reagiert ein neues Eigentümerpaar, deren Appartements umgebaut werden sollen, abweisend: «Wir wollen uns dazu nicht äussern.»

Weitere Handänderungen geplant

Das Haus Selva ist nicht das einzige Appartementhaus der Therme Vals – mit gut 100 Zimmern ähnlich gross ist auch das Haus Zerfreila, das unter anderem den Therme-Shop und das Restaurant «Da Papà» beherbergt. Plant Stoffel auch dort Sanierungen wie im Selva? «Im Haus Zerfreila möchten wir den Laden erneuern und den Eigentümern vorschlagen, ein Fitnessstudio anzubauen», sagt Stoffel. «Es sind dort zudem fast alle Zimmer im Urzustand, da stellt sich in den nächsten fünf Jahren auch die Sanierungsfrage.» Vorgesehen sei das Auffrischen von 20 bis 30 hotelmässig bewirtschafteten Zimmern. Etwa 40 Appartements gehören im Zerfreila bereits der 7132 AG, gemäss Stoffel sind weitere Handänderungen vorgesehen.

Aus Kreisen der dortigen Eigentümer dürfte den Plänen aber – wie im Haus Selva – Widerstand erwachsen. «Wir werden Herrn Stoffel die Stirn bieten», meint einer der 60 bis 70 Appartementbesitzer. Im Zerfreila wird vor allem befürchtet, dass aus zahlbaren Ferienwohnungen Personalunterkünfte werden. In dieser Sache läuft notabene eine juristische Auseinandersetzung: Gegen die zunehmende Umnutzung von Appartements in Personalzimmer wurde im Haus Zerfreila 2012 ein Verbot erhoben. In erster Instanz sind die Eigentümer damit allerdings vor Gericht unterlegen.

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