Mit dem Erlöschen der olympischen Flamme um 19 Uhr Ortszeit sind am Sonntagabend die 21. Winterspiele zu Ende gegangen. Zuvor hatte IOC-Präsident Jacques Rogge die Gastgeber für «16 unvergessliche Tage» gelobt.
Abschluss mit einer pfiffigen Show
Mit dem Erlöschen der olympischen Flamme um 19 Uhr Ortszeit sind am Sonntagabend die 21. Winterspiele zu Ende gegangen. Zuvor hatte IOC-Präsident Jacques Rogge die Gastgeber für «16 unvergessliche Tage» gelobt.
Von Peter A. Frei
Vancouver. – Vor 60 600 Zuschauern im ausverkauften BC Place Stadium riefen die kanadischen Gastgeber zum Abschluss der Spiele den Sportlern aus aller Welt ein fröhliches und warmherziges Goodbye zu. Vancouvers Bürgermeister Gregor Robertson übergab die olympische Fahne an Sotschis Stadtpräsident Anatoli Pachomow, der die Sportwelt vom 7. bis 23. Februar 2014 in Russland empfangen wird. Danach erlosch zu den Klängen des Songs «Long may you run» von Neil Young bei künstlichem Schneefall die olympische Flamme an Kanadas Westküste.«Es waren ausgezeichnete und sehr freundliche Spiele. Vielen Dank, Kanada», lobte Rogge die Gastgeber und sprach von «16 unvergesslichen Tagen». Der Belgier erinnerte aber auch noch einmal an den am Eröffnungstag tödlich verunglückten georgischen Schlittler Nodar Kumaritaschwili: «Wir haben gemeinsam getrauert, dass ein olympischer Traum zu früh zu Ende ging. Wir werden uns immer an ihn erinnern.»
Cologna als Fahnenträger
Viele der 2621 Olympia-Teilnehmer aus 82 Ländern liefen vor einem Milliardenpublikum an den Fernsehern noch einmal in die Arena ein und schwenkten zum Abschied ihre Landesfahnen. 15-km-Olympiasieger Dario Cologna, der wenige Stunden zuvor wegen eines Sturzes auf den letzten Metern des 50-km-Langlaufs seine Medaillenchance entschwinden sah, trug die Schweizerfahne.Direkt hinter der grossen Schweizer Delegation marschierten die stürmisch umjubelten Kanadier ein. Die Flagge der mit 14 Goldmedaillen erfolgreichsten Nation trug die Eiskunstlauf-Dritte Joannie Rochette, deren Mutter erst vor wenigen Tagen verstorben war. Trotz der Erdbebenkatastrophe in der Heimat nahm auch Chiles Delegation an der Schlussfeier teil.Anschliessend präsentierte der Schwarzmeer-Ort Sotschi sein olympisches Motto «Brücke in die Zukunft» mit Live-Schaltungen nach Russland einem Weltpublikum. In der vom russischen Top-Model Natalia Wodjanowa moderierten Vorstellung tanzte unter anderem das Bolschoi- Ballett. In einer Zuschaltung aus Sotschi zauberten die Turin-Sieger im Eistanz, Tatjana Nawka und Roman Kostomarow, Figuren aufs Eis.
«Ich bin stolz, Kanadier zu sein»
Die Gastgeber inszenierten zum Abschluss unter dem Motto «Made in Canada» eine pfiffige Show, die in ihrer Stimmung die Eröffnungsfeier übertraf. Mit den Worten «Ich bin stolz, Kanadier zu sein» leitete Schauspieler William Shatner alias Captain Kirk den musikalischen Teil ein, in dem der aus Vancouver stammende Jazzsänger Michael Bublé im Kostüm eines kanadischen Bundespolizisten auftrat. Das durch die Spiele gewonnene Selbstbewusstsein der Olympia-Gastgeber hatte zuvor der Chef des Organisationskomitees Vanoc, John Furlong, ausgedrückt. «Jetzt kennt ihr uns, eh!» rief er der Welt zu.Zuvor hatte Furlong zweiminütige Standing Ovations ausgelöst, als er sagte: «Unsere letzte Medaille, jene im Eishockey, wird für Generationen in Erinnerung bleiben.»