Rom sagt Ja zum Kohlekraftwerk Saline Joniche

Das Präsidium des italienischen Ministerrats hat die Umweltverträglichkeitsprüfung für das geplante Kohlekraftwerkprojekt in Kalabrien unterzeichnet. Damit hat das Projekt, an dem auch Repower beteiligt ist, eine wichtige Bewilligungshürde genommen. Die Gegner sind von diesem Entscheid nicht überrascht und künden weiteren Widerstand an.

Repower plant in Kalabrien ein Kohlekraftwerk.

Poschiavo. – Die italienische Regierung hat mit der Unterzeichnung der Umweltverträglichkeitsprüfung für das Kohlekraftwerkprojekt in Saline Joniche ein weiteres Signal gesetzt. Wie das Bündner Energieunternehmen Repower am Mittwochabend mitteilte, unterstreicht die Regierung in Bezug auf die wirtschaftliche Entwicklung des Landes, dass das Projekt auf der Linie ihres kürzlich verabschiedeten Beschlusses liegt. Unter anderem sollen mit dem Kohlekraftwerk wirtschaftliche Impulse ausgelöst werden, schreibt Repower.

Wie Repower-Mediensprecher Werner Steinmann auf Anfrage sagte, sei die Unterzeichnung der Umweltverträglichkeitsprüfung ein erstes, wichtiges Element auf nationaler Ebene. Nun gehe das Verfahren für das geplante Kohlekraftwerk in Kalabrien auf regionaler Ebene weiter. Repower strebt mit ihrer Beteiligung am Projekt einen Beitrag zur Deckung ihres Bedarfs an Grundlast zur Versorgung ihrer Endkunden im Markt Italien und für ihre Handelsaktivität in Italien an.

Widerstand aus Kalabrien und Graubünden

Wenig überrascht über den Entscheid ist Anita Mazzetta, Geschäftsführerin des WWF Graubünden. «Wir haben uns von der Regierung Monti zwar einen anderen Entscheid erhofft, aber er musste so erwartet werden», sagte Mazzetta auf Anfrage. Sie rechnet damit, dass die Umweltorganisationen in Kalabrien sowie eventuell auch die dortige Regierung nun die rechtlichen Mittel gegen das Projekt ausschöpfen werden. «Der Kampf ist jedenfalls noch nicht zu Ende», so Mazzetta weiter.

Weil der Kanton Graubünden via Repower am Kohlekraftwerkprojekt Saline Joniche beteiligt wäre, haben Bündner Parteien und Umweltorganisationen die Initiative «Ja zu sauberem Strom ohne Kohlekraft» lanciert. Laut den Organisationen sollen die Stimmberechtigten entscheiden, ob sie das Projekt umsetzen wollen oder nicht. (phw)

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 20.06.2012, 18:08 Uhr
  • Webcode: 2370774
 

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