Peter Zumthor gewinnt in Vals viele Herzen

Die Chancen von Peter Zumthor, die Therme Vals zu übernehmen, sind nach seinem­ überzeugenden Auftritt am ­Freitagabend in Vals gestiegen. Aber die Konkurrenz strebt das gleiche Ziel an.

Rund 500 Interessierte lassen sich in der Mehrzweckhalle von Vals von Peter Zumthor und seinen Mitstreitern über deren Therme-Projekt informieren.

Bild: Olivia Item

Vals. – Es wird immer wahrscheinlicher, dass die Interessengemeinschaft Therme Vals am 17. Februar an der Gemeindeversammlung den Zuschlag für die Therme Vals erhält. Denn die Argumente des bekannten Haldensteiner Architekten und seinen Mitstreiter stiessen an der Informationsveranstaltung vom Freitagabend auf Anklang.

Sichtlich beeindruckt

Nicht nur die offene Information der Gruppe überzeugte den Grossteil der rund 500 Anwesenden. Diese ­waren auch sichtlich beeindruckt von der Kompetenz der einzelnen Mitglieder in Bezug auf Architektur, ­Bauwesen, Kultur, Hotelmanagement und Unternehmertum.

Mit viel Herzblut dabei

Die Gruppe um Zumthor betonte ­dabei immer wieder, dass es ihnen beim Neubau der Therme Vals nicht um kommerzielle Zwecke gehe, sondern dass sie mit «viel Herzblut hinter der Therme Vals» stünden. Es gehe ­darum, in Vals ein Juwel zu erhalten, dies sei jedoch nur mit Peter Zumthor möglich, hiess es immer wieder.

Neben der Gruppe um Zumthor hat der Churer Unternehmer und gebür­tige Valser, Remo Stoffel, ein Angebot für die Therme eingereicht. Letzte Woche tat zudem eine Gruppe um den einheimischen Unternehmer Pius Truffer ihr Interesse an einer Übernahme der Therme kund. (be)

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 29.01.2012, 08:00 Uhr
  • Webcode: 1346993

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Joe Huber

30.01.2012 12:52 Uhr

Offene Geheimnisse zu Zunthor @ Therme Vals

es sind halt leider offene Geheimnisse, dass beim Therme Bau vielleicht 80% des geplanten zu 110% der Kosten umgesetzt wurde. Bei einem heutigen Projektcontrolling durch die (Fremd-)Kapitalgeber bringt man sowas nicht mehr durch, bei den nachfolgenden Projekten wurde jeweils mit Grössenordnung 150% der geplanten Kosten abgeschlossen. Die Baumängel nicht eingerechnet. Und im weitern ist es halt sehr wohl ein grosses Problem, wenn Führung und Personal laufend durch die Einmischungen des grossen Meisters brüskiert, gelähmt und frustriert werden.
Da dürfte dann das Herzblut von Geschäftsleuten wie Baier und Fanzun bald einmal vergossen sein...

Paul Heini

29.01.2012 21:29 Uhr

Therme Vals

Zeigt denn nicht die Realisierung der Therme-Bades, dass mit Zumthor sehr wohl Projekte erfolgreich (auch kommerziell) umgesetzt werden können (in time, in budget)? Bauen ist und bleibt schwierig! Es geht wohl primär nicht um das Führen eines Hotelbetriebes, sondern darum, ein passendes Projekt auszuarbeiten und umzusetzen. Man darf den Akteuren durchaus zutrauen nochmals einen grossen Wurf zu tun - mit entsprechender Nachhaltigkeit. Es wäre ein Glücksfall für das Dorf, wenn die Interessengemeinschaft Therme zum Zug käme. Die Offerte wie sie vorliegt scheint angemessen, besser als das bisher Bekannte... Langfristig entscheidend ist allerdings die Nachhaltigkeit des Projektes - für den Tourismus in Vals - für alle die in Vals irgendwie verwurzelt sind und insbesondere für Wohnungsbesitzer im Therme-Campus und die Vermieter von Hotelzimmern und Ferienwohnungen im Dorf.

Pierre Bodenmüller

29.01.2012 11:02 Uhr

Zumthor Vals

Die Offerte Zumthor ist nicht seriös abgeklärt. Erstens ist die Bausubstanz des Rundbaus viel besser als bei der Orientierungsversammlung dargestellt wurde. Hat nicht deshalb auch Herr Zumthor selbst viel in diesem Hotel umgebaut... Dies im festen Glauben, dass der Rundbau Hotel Therme onehin abgebrochen werden musss??
Zudem macht Herr Zumtor die Rechnung ohne den Wirt! Es gibt im Rundbau Wohnungseigentümer, welche ihre Eigentumswohnungen unter keinen Umständen verkaufen werden. Auch für die Rundbaubewohner gilt das viel verwendet Wort "Herzblut"!

Joe Huber

29.01.2012 10:47 Uhr

Ist die Inverstorengruppe wirklich so naiv?

Einige vielleicht, doch andere wissen wohl, dass man den Hotelbetrieb nicht führen kann, wenn der grosse Meister sich überall einmischt und vor allem, dass es nahezum unmöglich ist, mit Zumthor ein kommerzielles Projekt in Time and Budget durchzuführen.
Die Vermutung liegt nahe, dass es darum geht, sich dieses Juwel zu einem Schnäppchenpreis unter dem Deckmantel "Zumthor" unter den Nagel zu reissen und dann den Kleinst-Mitaktionäre Zumthor wie eine heisse Kartoffel fallen zu lassen.

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