Nach einer Reihe von vergleichsweise diskreten Aktionen ist die Occupy-Bewegung dem WEF am Freitag auf die Pelle gerückt. Am Nachmittag verlangten eine Gruppe Aktivisten Einlass für die 6,999 Milliarden Ausgeschlossenen. Am Abend mischten sie sich dann lautstark ins Open Forum ein.
Davos. – Die im Publikum verteilten Aktivistinnen und Aktivisten verlangten von den Panel-Teilnehmern, unter ihnen der britische Oppositionführer Ed Milliband, von der Bühne herunterzukommen und mit dem Publikum auf Augenhöhe zu diskutieren. Eine Diskussion war wegen der lautstarken Einmischung nicht möglich.
Moderator Larry Elliott vom britischen «Guardian» liess die Occupy-Leute lange gewähren, lehnte aber die Auflösung der Runde ab. In der Abstimmung, die er spontan anberaumt hatte, stimmte ihm die Mehrheit des Publikums zu. Nur Tomas Sedlacek von der tschechischen Charles Universität nahm die Einladung an und sass ins Publikum.
Somavia: Gegen etwas sein genügt nicht
Die Situation klärte schliesslich Juan Somavia, Direktor der Internationalen Arbeitsorganisation ILO. Er sei selber ein Leben lang ein Aktivist gewesen, sagte er. Er glaube daran, dass man kämpfen müsse um anständige Arbeit, aber dafür müsse man sich organisieren. Gegen etwas sein genüge nicht.
Am Nachmittag hatte eine Gruppe von Occupy-Aktivisten beim Registrierungsbüro des Weltwirtschaftsforums Zutrittsausweise für 6,999 Milliarden Menschen verlangt – also für jene 99 Prozent, die am WEF nicht vertreten seien («suedostschweiz.ch» berichtete). Das WEF bot ein Gespräch an, das die Aktivisten aber ablehnten. WEF-Gründer Klaus Schwab seinerseits lehnte eine Einladung ins Iglu-Camp ab. (sda)
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