Merck Serono schliesst Standort in Genf definitiv

Das Personal von Merck Serono in Genf will ab Mittwoch streiken. Die Beschäftigten sind enttäuscht. Trotz monatelanger Verhandlungen hält der Konzern an seinem Entscheid fest: Der Standort in Genf wird definitiv geschlossen. Damit gehen rund 1250 Arbeitsplätze verloren.

650 Angestellte stimmten für, 3 gegen einen Streik und 51 enthielten sich der Stimme (Symbolbild).

Bild: Keystone

Serono-Angestellte tragen in Genf ihren Unmut an die Öffentlichkeit.

Bild: Keystone

Eine Angestellte vor dem Merck-Serono-Logo in Genf (Symbolbild).

Bild: Keystone

Genf. – Das Management bestätigte am Dienstag seinen im April angekündigten Entscheid. Rund 750 Arbeitsplätze werden ausgelagert, 500 gestrichen. Zudem sollen im Kanton Waadt 80 Stellen abgebaut werden, der Standort Coinsins (VD) wird ebenfalls geschlossen.

Der Entscheid sorgte bei den Mitarbeitenden in Genf am Dienstag für Verärgerung. «Wir alle sind wütend über den Entscheid der Konzernleitung nach zwei Monaten mit Protesten und Verhandlungen», sagte der Regionalsekretär der Gewerkschaft Unia, Alessandro Pelizzari, gegenüber der Nachrichtenagentur sda.

An einer Versammlung entschieden sich die Beschäftigten, in den Streik zu treten. Von den rund 650 anwesenden Mitarbeitenden stimmten nur 3 dagegen, 51 enthielten sich.

Um den Stellenabbau wenigstens teilweise zu verhindern, hatte das Personal drei Vorschläge ausgearbeitet. Merck Serono habe diese geprüft, schreibt das Unternehmen. Um die langfristige Wettbewerbsfähigkeit zu sichern, müssten aber Doppelfunktionen abgebaut werden - deshalb könne der Standort Genf nicht erhalten werden.

Die Arbeitnehmerorganisation Angestellte Schweiz teilte mit, es sei inakzeptabel, dass Merck Serono nicht auf die Vorschläge eingegangen sei. Die Organisation sehe sich bestätigt darin, mit der Klage gegen Merck Serono den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Vor Gericht soll unter anderem geklärt werden, ob das Konsultationsverfahren den rechtlichen Standards entspricht.

Pelizzari sagte, die Unia sei erstaunt, dass das Management nicht auf seinen Entscheid zurückgekommen sei. «Noch erstaunter sind wir aber über die Weigerung der Konzernleitung, den Sozialplan signifikant zu verbessern.»

Merck hingegen sprach von Verbesserungen beim Sozialplan. So sei beispielsweise das Alter für Frühpensionierungen von 58 auf 56 gesenkt worden. Merck Serono biete den Mitarbeitern zudem Unterstützung bei der Gründung von neuen Unternehmen an und stelle dafür einen Fonds über 30 Mio. Euro zur Verfügung. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 19.06.2012, 18:33 Uhr
  • Webcode: 2365442
 
 

Gastbeitrag
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Code:*
CAPTCHA
Enter your dog's name:
Speichern Vorschau
Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was halten Sie von diesem Artikel? Schreiben Sie in einem Kommentar Ihre Meinung dazu!

neuen Kommentar schreiben...
 

Heute, 10:21 Uhr | 0 Kommentare

Raoul Weil sei «eine der einflussreichsten Stimmen» innerhalb der UBS gewesen, sagte Martin Liechti am Mittwoch im Prozess gegen den früheren UBS-Topmann aus. Der ehemalige Leiter des US-Überseegeschäftes Liechti ist der Hauptzeuge der amerikanischen Regierung.

mehr...

Heute, 09:35 Uhr | 0 Kommentare

Die nationale Netzgesellschaft Swissgrid wird per Anfang Januar 2015 weitere Teile des Übertragungsnetzes übernehmen. Finanziert werden soll dies unter anderem mit zwei Kapitalerhöhungen im Umfang von 37,7 Mio. Franken.

mehr...

Heute, 09:00 Uhr | 0 Kommentare

Die Diskussion um die Zukunft des Sägereiareals in Domat/Ems kommt wieder in Gang. Am Dienstag haben sich Vertreter der Gemeinde Domat/Ems, des Kantons und der Baurechtsnehmerin, der Tiroler Firma Pfeifer, an einen Tisch gesetzt, wie das «Bündner Tagblatt» berichtet.

mehr...

Heute, 07:43 Uhr | 0 Kommentare

Der Zahnimplantatehersteller Straumann hat im dritten Quartal dank Volumensteigerungen im Kerngeschäft mit Implantaten beim Umsatz erneut einen Zahn zugelegt. Straumann profitierte auch von rückläufigen negativen Währungseinflüssen.

mehr...

Heute, 07:17 Uhr | 0 Kommentare

Die Credit Suisse hat im dritten Quartal einen Reingewinn von 1,025 Mrd. Franken erzielt. Damit hat die Grossbank den Gewinn gegenüber dem schwachen Vorjahresquartal deutlich steigern können. Zum guten Ergebnis hat vor allem das Investmentbanking beigetragen.

mehr...

Alle Artikel

Community

Multimedia

Top-Deals

Kurzurlaub im Tirol im 4-Sterne-Hotel Gutshof Zillertal: Fünf Nächte für zwei Personen inkl. Verwöhnpension, Wellness und vielen Extras
CHF 919.-
CHF 3005.-
mehr
Kurzurlaub im Tirol im 4-Sterne-Hotel Gutshof Zillertal: Drei Nächte für zwei Personen inkl. Verwöhnpension, Wellness und vielen Extras
CHF 559.-
CHF 1845.-
mehr
Kurzurlaub im Tirol im 4-Sterne-Hotel Gutshof Zillertal: Zwei Nächte für zwei Personen inkl. Verwöhnpension, Wellness und vielen Extras
CHF 369.-
CHF 1296.-
mehr
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website