Industrie zehrt laut Swissmem von Substanz

Die Schweizer Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie muss von der Substanz zehren. Gut jedes dritte Unternehmen schreibt operativ rote Zahlen. Im Schlussquartal 2011 hat sich die Lage zugespitzt.

Swissmem-Präsident Hans Hess (Archiv).

Bild: Keystone

Zürich. – Die Frankenstärke und die sich abkühlende Weltkonjunktur haben die stark exportabhängige MEM-Industrie in die Zange genommen und ein profitables Wachstum verunmöglicht. Diese Bilanz zog der Präsident des Branchenverbandes Swissmem, Hans Hess, an der Jahresmedienkonferenz vom Donnerstag in Zürich.

Viele Unternehmen seien zu massiven Preiszugeständnissen gezwungen worden, um überhaupt noch Aufträge gewinnen zu können. So sanken die Exportpreise im vergangenen Jahr um hohe 4,1 Prozent.

Damit erodierten die Margen: Über ein Drittel der 290 befragten MEM-Unternehmen geriet in die operative Verlustzone. Bei gut der Hälfte fiel die Betriebsgewinn-Marge um mindestens 6 Prozentpunkte. «Viele Firmen leben zurzeit von der Substanz, damit kämpfen sie mittelfristig um ihr Überleben», sagte Swissmem-Direktor Peter Dietrich.

Im Gesamtjahr gingen die Aufträge dank eines sehr guten ersten Quartals nur um 0,5 Prozent zurück. Im vierten Quartal erlitt die Branche aber einen Einbruch um 18,6 Prozent gegenüber dem starken Vorjahresquartal. Die Tendenz ist nun seit drei Quartalen negativ.

Die Umsätze stiegen im Gesamtjahr noch um 2,1 Prozent. Von Oktober bis Dezember resultierte aber auch hier ein Rückgang um 2,5 Prozent. Seit dem Einbruch nach der Finanzkrise 2008 haben die Umsätze der MEM-Industrie stagniert. Sie liegen im Schnitt um rund ein Viertel unter dem Rekordniveau von vor der Krise.

Für 2012 geht gemäss der Umfrage von Swissmem eine deutliche Mehrheit der Unternehmen davon aus, dass sie kein Wachstum wird erzielen können. Denn der Frankenkurs werde wegen der anhaltenden Schuldenkrise zum Euro wohl nur wenig über 1,20 verharren und mit der EU werde der Hauptabsatzmarkt stagnieren oder leicht rückläufig sein.

Die Schweizerische Nationalbank (SNB) habe mit ihrer Wechselkursuntergrenze zumindest vorläufig tausende Arbeitsplätze in der Schweiz gerettet, sagte Dietrich. Aufgrund der negativen Tendenz bei den Aufträgen befürchte er aber, dass in den kommenden Monaten die Zahl der Beschäftigten sinken werde. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 23.02.2012, 16:44 Uhr
  • Webcode: 1362411
 
 

Gastbeitrag
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Code:*
CAPTCHA
Enter your dog's name:
Speichern Vorschau
Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was halten Sie von diesem Artikel? Schreiben Sie in einem Kommentar Ihre Meinung dazu!

neuen Kommentar schreiben...
 

Heute, 13:16 Uhr | 0 Kommentare

Die Schweizer Wirtschaftsleistung ist grösser und wächst schneller als bislang berechnet. Durch die Umstellung der Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnung ist das Bruttoinlandprodukt (BIP) im zweiten Quartal um 0,2 Prozent gewachsen.

mehr...

Heute, 09:25 Uhr | 0 Kommentare

Piloten der Lufthansa sind am Dienstagmorgen am Frankfurter Flughafen in einen 15-stündigen Streik getreten. Zwischen 8.00 und 23.00 Uhr sollen Langstreckenflüge der deutschen Swiss-Mutter bestreikt werden.

mehr...

Heute, 08:56 Uhr | 0 Kommentare

Der deutsche Online-Modehändler Zalando verkauft die Aktien bei seinem Börsengang trotz reissender Nachfrage nicht zum maximalen Preis. Die 28,1 Millionen Zalando-Papiere würden zu je 21,50 Euro ausgegeben, teilte das Berliner Unternehmen am Montagabend mit.

mehr...

Heute, 08:51 Uhr | 0 Kommentare

Die Übernahme der Luxushotelgruppe Victoria Jungfrau hat der bislang auf Privatspitäler fokussierten Aevis zwar einen Wachstumssprung beschert. Der Umsatz stieg im ersten Halbjahr 2014 um 24 Prozent auf 268,9 Mio. Franken. Der Gewinn ist aber gesunken.

mehr...

Heute, 07:30 Uhr | 0 Kommentare

Das St. Moritzer «Badrutt’s Palace» erweist sich als krisenresistent. Mit Luxushotellerie allein ist das aber nicht zu schaffen.

mehr...

Alle Artikel

Community

Multimedia

Top-Deals

Rappa-Teller mit Softgetränk und Kaffee für 2 Personen im Rappa Snack direkt bei der Autobahnausfahrt Untervaz/Zizers/Trimmis
CHF 27.-
CHF 53.-
mehr
Auch bei grauen und blonden Haaren. Dauerhafte Haarentfernung für SIE und IHN. Alle Körperzonen. Frei von Risiken und Nebenwirkungen
CHF 150.-
CHF 300.-
mehr
Auf ins Bahnparadies zum Bahnmuseum Albula! Ticket für einen Erwachsenen ab einem beliebigen RhB-Bahnhof nach Bergün und zurück in der 2. Klasse inkl. Eintritt ins Bahnmuseum Albula
CHF 30.-
CHF 60.-
mehr
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website