EU-Kommission will Schlupflöcher bei Finanzmarktregeln stopfen

Die EU-Kommission will Betrug und Spekulation an den Finanzmärkten einen Riegel vorschieben. Wer Insiderhandel betreibt oder Kurse manipuliert, soll in der EU künftig nicht mehr ohne Strafe davonkommen.

EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier.

Bild: Keystone

Die G20-Staaten sprechen sich für eine stärkere Regulierung des Finanzmarktes aus (Symbolbild).

Bild: Keystone

Brüssel. – Im Rahmen der Vorschläge für eine schärfere Regulierung der Finanzmärkte präsentierte die EU-Kommission am Donnerstag nun zwei umfangreiche Gesetzentwürfe: Die Revision der Finanzdienstleistungs-Richtlinie (Mifid) von 2007 sowie eine Finanzmarkt-Verordnung.

Kein Produkt, kein Akteur, kein Markt möge unkontrolliert sein, hatten die G20-Staaten als Lehre aus der Krise beschlossen. «Die Krise hat uns unerbittlich vor Augen geführt, wie komplex und undurchsichtig bestimmte Aktivitäten und Produkte geworden sind», sagte EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier. «Das muss sich ändern.»

Ziel der Reform ist es, die Finanzmärkte besser, sicherer und transparenter zu machen, damit sie von den Aufsichtsbehörden besser überwacht werden können. Denn Mifid hatte seit der Einführung Ende 2007 zwar für mehr Wettbewerb und sinkende Preise im Wertpapierhandel gesorgt.

Doch die Durchschaubarkeit der Märkte sei dabei auf der Strecke geblieben, sagte der deutsche EU-Parlamentsabgeordnete Markus Ferber. Der Handel habe sich neue Wege gesucht, um die Vorschriften für Wertpapierdienstleistungen zu umgehen.

Ferber wird der Verhandlungsführer des EU-Parlaments sein, welches dem Paket ebenso wie die EU-Mitgliedstaaten zustimmen muss. Bis die Vorschläge in Kraft treten können, dürfte es noch ein bis zwei Jahre dauern.

Um an der Börse riskante Spekulationen zu verhindern, will Brüssel unter anderem den schnellen Computerhandel bei gefährlichen Kursschwankungen stoppen lassen. Zum Schutz der Konsumenten sollen unabhängige Bankberater und Vermögensverwalter von Produktanbietern keine Provisionen mehr für die Vermittlung kassieren dürfen, damit sie allein zum Wohl des Kunden handeln.

Betrugsdelikte will die EU-Kommission härter bestrafen. Momentan wird dies in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich gehandhabt: In Deutschland werden Händler, die Insiderwissen für ihre Geschäfte nutzen, verfolgt, in anderen Länder aber nicht oder nur teilweise. Nun soll solcher Betrug strafrechtlich nach einheitlichen Standards geahndet werde.

Die Wertpapieraufsicht soll das Recht erhalten, bestimmte Produkte, Dienstleistungen oder Handelspraktiken zu verbieten, wenn der Anlegerschutz oder die Stabilität der Märkte bedroht ist. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 20.10.2011, 15:17 Uhr
  • Webcode: 1281627

Gast
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Speichern Vorschau

Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden.

suedostschweiz.ch entscheidet über die Veröffentlichung der Beiträge und führt darüber keine Korrespondenz.

Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was halten Sie von diesem Aritkel? Schreiben Sie in einem Kommentar Ihre Meinung dazu!

neuen Kommentar schreiben...
 

Heute, 14:22 Uhr | 0 Kommentare

Grosser Auftritt für die kleine schwedische Prinzessin Estelle: Die Tochter von Thronfolgerin Victoria und Prinz Daniel ist am Dienstag bei strahlendem Sommerwetter in der Stockholmer Schlosskirche getauft worden.

mehr...

Heute, 14:58 Uhr | 0 Kommentare

Nach dem Zusammenprall von zwei Zügen im südindischen Bundesstaat Andhra Pradesh sind am Dienstag 16 Passagiere in einem Waggon bei lebendigem Leibe verbrannt. Insgesamt kamen 25 Menschen bei dem Zugunglück ums Leben.

mehr...

Heute, 13:48 Uhr | 0 Kommentare

Der frühere SPD-Politiker und Bundesbanker Thilo Sarrazin hat der deutschen Politik schwere Versäumnisse bei der Einführung des Euro vorgeworfen. Eine Währungsunion ohne politische Union habe niemals Bestand.

mehr...

Heute, 13:36 Uhr | 0 Kommentare

Japan hat den Rekord des höchsten Turms der Welt nach Tokio zurückgeholt: Der 634 Meter hohe Fernsehturm Tokyo Skytree öffnete am Dienstag seine Tore für die Öffentlichkeit.

mehr...

Heute, 13:28 Uhr | 0 Kommentare

Die Zahl der Todesopfer bei einem verhängnisvollen Abstieg vom Mount Everest hat sich auf vier erhöht. Wie ein Sprecher der nepalesischen Bergwacht am Dienstag mitteilte, wurde die Leiche eines chinesischen Bergsteigers gefunden.

mehr...

Weitere Artikel
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website