2007 hat die Valser Gemeindeversammlung entschieden, den heute umstrittenen Steinbruch Carlag erweitern zu lassen. Jetzt wird der damalige Beschluss in Frage gestellt.
Von Jano Felice Pajarola
Vals. – Das Verdikt an der Gemeindeversammlung vom Freitagabend (Ausgabe vom Montag) ist deutlich ausgefallen: Mit 70:8 Stimmen wurde eine Motion zum Steinbruch Carlag für erheblich erklärt und an den Gemeinderat überwiesen. Verlangt wird in der Einzelinitiative, dass die vor vier Jahren befürwortete Teilrevision der Valser Ortsplanung im Bereich der Steinabbau-Zone – es ging um eine Erweiterung – nochmals zur Abstimmung vorgelegt wird.
Die Motion stammt von einem der Einsprecher gegen das kürzlich von der Gemeinde abgelehnte Baugesuch der Valser Naturstein AG in Carlag (Ausgabe vom 16. Juni). Die AG möchte, basierend auf einem Bundesgerichtsurteil von 2010, über ein Gesuch für Bauten ausserhalb der Bauzone eine Abbaubewilligung für ihren umstrittenen Steinbruch in unmittelbarer Dorfnähe erreichen. Der Gemeinderat hat sich vor allem wegen der für Einheimische und Touristen störenden Emissionen des Steinabbaus gegen das Gesuch gestellt.
Gemeinderat muss noch diskutieren
Während die AG gegen die Ablehnung ihres Baugesuchs bereits Einsprache beim Verwaltungsgericht erhoben hat, ist die 2007 beschlossene Erweiterung der Abbauzone noch beim Kanton hängig. Wie die Situation rechtlich aussähe, falls das Stimmvolk von Vals den einst positiven Ortsplanungsentscheid wieder kippen würde, kann Gemeindepräsidentin Margrit Walker-Tönz derzeit nicht sagen.
Auch sei bis jetzt unklar, in welcher Form der Gemeinderat das Anliegen vor die Gemeindeversammlung bringen werde; der Rat werde das zuerst diskutieren müssen. «Ob wir die Motion unterstützen, ablehnen oder einen Gegenvorschlag bringen, weiss ich momentan noch nicht», so Walker-Tönz. Das Ergebnis der – schriftlichen – Abstimmung vom Freitag zeige aber wohl deutlich, welche Haltung eine Mehrheit im Dorf zum Thema Steinbruch Carlag habe.
23.06.2011 15:42 Uhr
Carlag-Erweiterung soll vors Valser Volk
Ergänzend zu diesem Bericht ist noch folgendes zu sagen:
Die Abstimmungsvorlage „Teilrevision der Ortsplanung“ von 2007 war ein „4er-Päckli“, welches auch die Erweiterung des Abfüllbetriebs der Valser Mineralquelle enthielt! Ein weiterer Kommentar dazu erübrigt sich.
Zudem stellte das Bundesgericht am 26.7.2010 klar fest,
dass der Gesteinsabbau eine schwerwiegende Verletzung raumplanerische Grundsätzen darstellt und
der Gesteinsabbau jahrzehntelang ohne die erforderliche baurechtliche Bewilligung betrieben wurde.
Das grosse Mehr der Motion macht nun deutlich, wie sehr die Anwohner des angrenzende Wohnquartiers beeinträchtigt werden, hätten die vielen Ferienwohnungsbesitzer im Carlag auch eine Stimme, wäre das Resultat noch deutlicher ausgefallen!
B. Bless