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Boni für Bosse steigen, Erträge für Aktionäre bleiben gleich

Die Bank Linth brachte an ihrer 168. Aktionärsversammlung alle Anträge problemlos durch – darunter erhöhte variable Vergütungen für die Geschäftsleitung. Nur einer mischte mit kritischen Voten die Bank-Linth-Party in der Joner Halle Grünfeld auf.

Volles Haus: Rund 1200 Aktionäre lauschten den Ausführungen der Bankspitze. (Bild Markus Timo Rüegg)

David Sarasin zeigte sich zufrieden. Trotz Negativzinsen, schwindenden Margen und einem allgemein wirtschaftlich wie politisch unfreundlichen Klima habe die Bank Linth das Ergebnis 2016 fast auf dem Vorjahresniveau halten können, erklärte der CEO vor der versammelten Inhaberschaft der Bank.

Ergebnis leicht unter dem Vorjahr

20,1 Millionen Franken beträgt der Jahresgewinn 2016 der Bank Linth. 0,4 Millionen oder 1,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Dass man das Ergebnis fast halten konnte, hat auch mit dem Verkauf einer Liegenschaft zu tun, wie Sarasin erläuterte. Beim erhöhten Sachaufwand schlugen laut CEO primär die wegen der laufenden Umbauarbeiten am Hauptsitz Uznach nötigen Provisorien mit 3,1 Mio. Franken zu Buche.

Wir investieren in moderne, offene Arbeitsplätze in einer Zeit, in der andere Institute schmerzhafte Einschnitte bekannt geben müssen.

Für Verwaltungsratspräsident Ralph Siegl, der seine erste Bank-Linth-GV leitete, sind diese Ausgaben eine Investition in die Zukunft. Die Bank setze ebenso auf neue Technologien wie auf den direkten Kundenkontakt. «Wir investieren in moderne, offene Arbeitsplätze in einer Zeit, in der andere Institute schmerzhafte Einschnitte bekannt geben müssen.»

Gut 800 000 Franken für den CEO

Von Einschnitten verschont bleibt auch die vierköpfige Geschäftsleitung. Während die Fixsaläre auf dem Niveau des Vorjahres blieben, sind die variablen Vergütungen – sprich Boni – sogar gestiegen. Die höchste Vergütung erhält CEO David Sarasin mit total 815 000 Franken. Die Vergütungen gaben denn auch keinen Anlass zu Diskussionen.

Noch ein bis zwei Jahre und ich benutze das Wort schäbig.

Allerdings stellte Alfred P. Herbert fest, dass die Führung der Bank im Gegensatz zu jener anderer Firmen nicht übermarche. Weiter beschwerte er sich über die unveränderte Dividende von acht Franken pro Aktie. Angesichts der Geschäftszahlen und der Reserven von bald einer halben Milliarde sei er enttäuscht über die Dividenden-Politik. «Noch ein bis zwei Jahre und ich benutze das Wort schäbig», kritisierte er.

Präsident begründet Boni

Nur wenige Aktionäre lehnten mit Herbert zusammen die beantragte Verwendung des Gewinns ab. Noch weniger umstritten waren die restlichen Traktanden. Entsprechend gelassen sah VR-Präsident Siegl die markigen Worte Herberts. «Wir brauchen das Geld für Investitionen», erklärte er nach der Versammlung die unveränderte Dividende. Dass die Geschäftsleitung trotz leicht gesunkenem Gewinn mehr Boni erhalte, sei zudem kein Widerspruch. Die variable Entlöhnung bemesse sich nicht am Ertrag, sondern an einem Leistungsvergleich mit anderen Banken. (pb)

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