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Diesen Poststellen geht es an den Kragen

Syndicom, die Gewerkschaft für Medien und Kommunikation, schlägt Alarm: Laut einer Hochrechnung sollen bis ins Jahr 2020 in Graubünden bis zu 40 Poststellen geschlossen werden. Und auch in Glarus könnten sechs von noch neun bestehenden Poststellen von der Schliessung bedroht sein.

Möglicherweise bald Geschichte: Die Poststelle in Netstal gehört laut Syndicom zu den gefährdeten. Bild Daniel Fischli

Das «Poststellen-Sterben» geht auch 2017 weiter. Derzeit prüft die Schweizerische Post aufgrund der unbefriedigenden wirtschaftlichen Situation neue Lösungen für die Postversorgung in der Gemeinde Versam, wie es in einer Mitteilung heisst. Und es sind genau solche Mitteilungen, welche die Gewerkschaft für Medien und Kommunikation Syndicom in Alarmbereitschaft versetzen. Aus diesem Grund hat Syndicom eine «Gefährdungskarte der Poststellen Schweiz» ausgearbeitet.

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Der «Südostschweiz» liegt die Karte der gefährdeten Poststellen in Graubünden exklusiv vor. 38 Poststellen sind darauf als «gefährdet» oder bereits «im Schliessungsprozess» aufgeführt; unter anderem in Bonaduz, Flims Dorf, Laax und Zizers sollen in den kommenden drei Jahren die Poststellen verschwinden oder in Agenturen umgewandelt werden. Versam, das auch auf der Liste ist, ist also erst der Anfang. Insgesamt gibt es heute in Graubünden noch 56 Poststellen. Würden tatsächlich bis 2020 38 Poststellen geschlossen, wären es dann noch deren 18.

Auch Glarus bangt

Bilten hat zwar noch eine Poststelle, deren Schliessung ist aber bereits beschlossene Sache. Die Gemeinde Glarus Nord hat sich im vergangenen Jahr mit Händen und Füssen dagegen gewehrt, ist aber schliesslich unterlegen. Fünf weitere Glarner Poststellen stuft die Gewerkschaft Syndicom als gefährdet ein. Nur in Niederurnen, Glarus und Schwanden könne man sicher sein, dass die Poststelle die derzeit laufende Abbaurunde überleben werde.

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Wie die Post im Oktober an einer Medienkonferenz erklärt hat, baut sie am «Netz der Zukunft». Bis ins Jahr 2020 soll es in der Schweiz nur noch 800 bis 900 Poststellen geben. Das bedeutet einen Abbau von 500 bis 600 Poststellen. Wie die Syndicom vorrechnet, werden damit seit der Jahrtausendwende drei Viertel der Poststellen verschwunden sein. Die Post verspricht, sie werde ersatzlose Schliessungen vermeiden und preist das «bewährte Agenturformat» an. Dabei werden Postdienstleistungen von einem Partner, etwa einem Lebensmittelgeschäft, erbracht. Im Kanton Glarus bestehen Agenturen bereits in Oberurnen, Riedern, Ennenda, Mitlödi, Haslen, Hätzingen und Elm.

Agenturen sind kein Ersatz

Die Gewerkschafter kritisieren den Ersatz von Poststellen durch Agenturen. Wenn die Bedürfnisse der Kunden über das Empfangen und Versenden von Briefen hinausgehen würden, komme eine Agentur schnell an ihre Grenzen. Besonders für Unternehmen und wenig mobile Personen sei dies einschneidend. So könne eine Agentur beispielsweise keine Nachnahmesendungen bearbeiten, Ein- und Auszahlungen seien nur beschränkt möglich und der für das Gewerbe zentrale Münzwechsel gar nicht.
«Die Folgen einer Poststellenschliessung können nicht wegdiskutiert werden», schreibt die Syndicom zu ihrer Liste: «Verminderung der Standortattraktivität einer Gemeinde, gar einer ganzen Region, mit Auswirkungen auf deren wirtschaftliche Entwicklung.»

Die Post dagegen macht die Veränderung der Kundenbedürfnisse geltend. An der Medienkonferenz vom Oktober argumentierte sie: «Der Trend zur Digitalisierung schlägt sich in der Entwicklung der Geschäfte am Postschalter nieder.» Seit dem Jahr 2000 seien die Umsätze am Schalter bei den Briefen um 63 Prozent, bei den Paketen um 42 Prozent und beim Zahlungsverkehr um 37 Prozent zurückgegangen.

 

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Walter Grämer

Do 12.01.2017 - 08:20

Da muss man wahrlich sagen, Dörfer ohne Post verlieren an Lebensqualität.Auch Dörfer verändern sich durch Spekulanten.Beispiel Niederurnen :wo früher Gasthäuser standen wurden überall dort Mehrfamilienhäuser durch Spekulanten gebaut.Rest.Höfli,Rest,Krone,Rest.Hirschen ,Rest.Hotel Bad.Da frage ich mich?welches Restaurant wird nächstens abgebrochen und durch ein Mehrfamilienhaus ersetzt.

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