Im Spital Davos wird diesen Sommer ein Babyfenster installiert. Eltern in Not werden dort anonym ihr Neugeborenes abgeben können. In der Schweiz existiert diese Einrichtung bisher nur in Einsiedeln, wo erst letzten Montag ein Säugling abgegeben wurde.
Davos. – «Das Spital Davos will mit dem Babyfenster soziale Verantwortung übernehmen», sagte Spitaldirektor Markus Hehli am Mittwoch zu einem Bericht von «20 Minuten Online». Die Einrichtung sei für den Raum Südostschweiz gedacht. Dort liege Davos durchaus zentral, da es auch aus den Bündner Südtälern Bergell, Puschlav und Münstertal gut erreichbar sei.
Die Initiative für die Davoser Babyklappe ging von der Schweizerischen Hilfe für Mutter und Kind (SHMK) aus, die auch schon das Einsiedler Fenster im Jahr 2001 begründete. Die SHMK schlug dem Spital Davos letzten Herbst vor, zusammen eine weitere Babyklappe zu installieren und zu führen.
Sieben Babys abgegeben
Die Einrichtung des Babyfensters sei im Spital breit diskutiert und von Kader, Ärzten und Hebammen positiv beurteilt worden, sagte Spitaldirektor Hehli. Auch die Davoser Vormundschaftsbehörde habe das Vorhaben gutgeheissen. Das Amt wird für abgegebene Kinder die rechtliche Verantwortung übernehmen, das Spital die Pflege und die SHMK alle Kosten.
Ins Einsiedler Fenster ist erst letzten Montag ein neugeborenes Mädchen gelegt worden. Es ist das siebte Kind, das dort abgegeben wurde. Einen Tag zuvor war ein toter Säugling auf einer Abfalldeponie in Wimmis im Berner Oberland entdeckt worden.
Weiteres Fenster im Kanton Bern?
Die SHMK will mit den Babyfenstern solche Schicksale, Kindstötungen und Kindsaussetzungen vermeiden helfen. Sie versteht die Einrichtung auch als Alternative zu Schwangerschaftsabbrüchen.
Ein weiteres Babyfenster könnte im Kanton Bern entstehen. Der bernische SVP-Grossrat Thomas Fuchs hat am Mittwoch eine Motion eingereicht, welche von der Kantonsregierung die Einrichtung von «midestens einem Babyfenster» fordert. (sda)
22.02.2012 15:09 Uhr
Kirche
Man könnte doch ach ein Säugling zum Beispiel einem Pfarrer abgeben können (sollte Schweigepflicht haben), dieser könnte aber noch mit Mutter darüber sprechen. Der Pfarrer kann dann das Kind an die richtige Stelle bringen.