Worin unterscheiden sich die Bahnhöfe «Klosters Dorf» und «Klosters»? Wer am falschen Ort aussteigt, ist gelackmeiert. Das passierte Ortsunkundigen häufig. Diese Verunsicherung ist jetzt Schnee von gestern – aber ein «Klosters Platz» kostet.
Von Béla Zier
Klosters. – Mit zwei Bahnhöfen ist die Tourismusgemeinde Klosters gut bedient. Doch die Freude darüber hält sich bei Gästen, die den Ort erstmals besuchen und mit der Rhätischen Bahn (RhB) anreisen, in Grenzen. Denn wo, bitte schön, muss man denn nun aussteigen? Am Bahnhof «Klosters Dorf» oder am Bahnhof «Klosters»? Und worin genau liegt der Unterschied?
Bei dieser Frage würden sich die Einheimischen lachend auf ihre Schenkel klopfen, aber Touristen, speziell jene aus fernen Ländern, sind eben in Sachen Klosterser Ortskunde ahnungslos. Und so kann es denn kommen, dass eine ferienreife Familie in einer klirrend kalten Winternacht auf einem menschenleeren Perron in «Klosters Dorf» steht. Dabei läge ihr Hotel mit den kuschlig warmen Betten doch nur wenige Gehminuten entfernt von der Station «Klosters». Die Nerven liegen blank. Die Kinder weinen, die Mutter sucht sie zu beruhigen und wirft dem Vater böse Blicke zu, während dieser immer noch darüber staunt, was eine Taxifahrt vom Bahnhof «Klosters» nach «Klosters Platz» kostet.
Namen mit dem Segen aus Bern
Solche Szenarien gehören der Vergangenheit an, denn jetzt wurde in Klosters namenstechnisch für bahnhofsmässige Ordnung gesorgt. Pünktlich zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember wurde der Bahnhof «Klosters» in «Klosters Platz» umbenannt. Das wäre wohl niemandem gross aufgefallen, hätte nicht die Klosterser Gemeindebehörde in einer Medienmitteilung darüber informiert. Die Erkenntnis über die Verwirrung bei den zugreisenden Gästen wurde darin so zusammengefasst: «Die beiden Stationen des öffentlichen Bahnverkehrs werden häufig verwechselt, was für die Betroffenen lästige Konsequenzen hat.»
Nun kann man aber nicht auf die Schnelle ein neues Schild mit «Klosters Platz» an das Bahnhofgebäude schrauben und die Sache ad acta legen. Die Gemeinde Klosters musste dafür zusammen mit der RhB beim Bundesamt für Verkehr in Bern ein Gesuch einreichen. Dieses bewilligte das «Klosters Platz»-Schild dann unter der Auflage, dass die Kosten für die Namensänderung auch von der Gemeinde mitgetragen werden.
Kleine Änderung mit Auswirkung
«Die ganze Geschichte hatte gesamtschweizerische Konsequenzen. Wir waren schon ein bisschen überrascht, dass die Kosten so hoch sind», berichtet der Klosterser Gemeindeschreiber Michael Fischer.
«Klosters Platz» hat die nicht unerhebliche Summe von 33 242.40 Franken gekostet. Investiert wurde das Geld unter anderem für die Änderung der gesamten Signaletik in Klosters. «Es gibt viele Tafeln in Klosters, nicht nur am Bahnhof. Da täuscht man sich noch», weiss Christian Florin, Leiter RhB-Infrastruktur. Zudem musste «Klosters Platz» auch in alle Kundeninformations- sowie Billettautomatensysteme übernommen werden. «Es ist ein riesiger Prozess, man staunt, was man auslöst», so Florin. Eingeleitet wurden die Anpassungen vor einem Jahr, sonst hätte der Namenswechsel nicht auf den Fahrplanwechsel erfolgen können.
«Für die Kunden ein Fortschritt»
War die Verwirrung bei Gästen aber wirklich so gross? Florin bestätigt: «Die Gäste waren sehr verunsichert dass es Klosters Dorf’ und Klosters’ gab und hatten keine Ahnung, wo sie waren. Die Umbenennung war sinnvoll und ist für die Kunden ein Fortschritt.» Dass sich nun keine Gäste mehr verirren, kostet die Gemeinde Klosters übrigens 15 516.45 Franken. Den Rest bezahlt die RhB.
20.01.2012 11:41 Uhr
Zugverbindungsbuchung Deutschland-Klosters
Finde ich prima...
aber neuerdings taucht Klosters Platz für die Reiseplanung von Deutschland aus nicht mehr auf -nur Klosters Patz -
von Dorf nach Platz soll man dann den Bus nehmen ...
Doch schön oder - im digitalen Zeitalter ...
vielleicht intervenieren sie einmal bei der deutschen Bahn ...
mir ist das nicht gelungen beim Ticketkauf ...
fahre also quasi vom Hamburg nach Klosters von Dorf nach Platz notgedrungen quasi immer schwarz ...
Das war schon vor Weihnachten so und hat sich nicht geändert ...
Ohne Gästekarte musste man an sich also Strafe bezahlen
Ist doch nett ... tut aber meiner Liebe zu Klosters keinen Abbruch ...
Bis die Tage ... im Parsenngebiet ...
Mit freundlichem Gruß
Karl Werner Groß