Das Paul Scherrer Institut (PSI) hat eine neue Methode zur Diagnose von Brustkrebs entwickelt. Eine im Fachmagazin «Investigative Radiology» publizierte Studie zeigt, dass sich mit dem Verfahren genauere Bilder machen lassen als mit herkömmlichen Methoden.
Villigen. – In Zusammenarbeit mit dem Kantonsspital Baden (Aargau) hätten Forscher des PSI die neue Methode erstmals an frischem, nicht konserviertem Gewebe getestet, teilte das PSI heute mit. Es sei gelungen, Narben von Tumorgewebe zu unterscheiden oder kleinste Krebsknötchen zu identifizieren, die mit heutigen Techniken nicht erkannt würden.
Zurzeit findet laut der Mitteilung eine klinische Studie statt, bei der an einer grösseren Zahl von Patientinnen untersucht wird, wie gross die Vorteile des neuen Verfahrens sind. Dabei beurteilen insbesondere auch Ärzte die Methode, die nicht an deren Entwicklung beteiligt waren.
Spezielle Röntgenmethode
Mit der neuen Methode wird die Brust – wie bei der gewöhnlichen Mammografie – mit Röntgenstrahlen durchleuchtet. Es wird aber nicht nur bestimmt, wie viel Strahlung im Gewebe zurückgehalten wird, sondern auch, wie die Lichtwellen auf ihrem Weg durch verschiedene Gewebestrukturen abgelenkt werden.
Das PSI entwickle seit Jahren Methoden, um diese Veränderungen zu untersuchen und die darin enthaltenen Informationen herauszulesen, wird Studienleiter Marco Stampanoni, der auch an der ETH und der Universität Zürich forscht, in der Mitteilung zitiert.
Prototyp für die Praxis
Das nächste Ziel der Forscher ist ein Prototyp für die Praxis. Dafür arbeiten das PSI und das Kantonsspital Baden zusammen mit der Firma Philips. Langfristig soll ein Gerät entstehen, das genaue, aussagekräftige Bilder des Brustgewebes liefert. Damit könnten Tumore frühzeitig erkannt und rechtzeitig behandelt werden, hoffen die Forscher. (sda)
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