In Lumbrein wehen zwei Winde

40 Windräder, 200 Millionen Franken Investitionskosten, jedes Jahr hunderttausende Franken Pachtzinsen. Der geplante Windpark Surselva im Lugnez lässt die Lager aufeinanderprallen.

Landschaft mit Windrädern: So könnte sich das Lugnez dereinst präsentieren.

Lumbrein. – Der Zettel liegt auf dem Küchentisch. Absender: Resolutionskomitee für eine Surselva ohne Windpark, Postfach, Obersaxen. Das Fettgedruckte sticht ins Auge. «Jede Mühle misst bis zu 135 Meter», «können ganz schön Lärm machen», «kilometerlanger Staketenzaun», «soll unsere Heimat verunstalten», «unwirtschaftlich». «Sollen wir die Alp Staviala Vedra, den Um Su und den Piz Gren mit Windmühlen zupflastern?» Beigelegt: ein Unterschriftenbogen.

Sabina Solèr und Carla Collenberg nicken. Ja, auch sie haben solche Bedenken. Und ja, Sabina Solèr wird ihre Unterschrift unter die Resolution setzen. Sie hocken am Küchentisch im Haus Sentupada in Lumbrein, die eine führt einen der zwei Dorfläden, die andere ist Hausfrau und in Ilanz Pharmaassistentin, beide sind sie für alternative Energien, eigentlich, «aber das Tal setzt auf sanften Tourismus, diese Windräder wären ein zu grosser Eingriff in die Landschaft», sagt Solèr.

Man muss dafür sein

«Es bringt der Gemeinde ja etwas, da muss man dafür sein.» Gemeindepräsident Giusep Casanova, einer der gut 20 Landwirte, die Lumbrein noch geblieben sind, sitzt in seinem Büro in der Casa communala, eine niedrige getäferte Stube in einem frühen Zumthor-Umbau, und findet: Nein, negativen Einfluss auf das Dorfleben habe das Projekt noch nicht, «und ich hoffe, das bleibt auch so».

Und in Lumbrein wehen plötzlich zwei Winde.

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 05.02.2012, 08:30 Uhr
  • Webcode: 1351070

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Christof Merkli

27.02.2012 09:42 Uhr

Windpark Surselva

Am Informationsabend vom 16. Februar in der Aula des Schulhauses Ilanz war in üblicher Mehrheit die Windradlobby am Reden. Die dargelegten Zahlen zu Leistung, Wirkung, Arbeitsplätze, die die Vereinigung der Windkraftprofiteure "Suisse Eole" dargelegt hat, sind alle bis ins letzte Mark verfälscht und beschönigt. Normalerweise hat jede Regel eine Ausnahme. Diese nicht: Die Angaben der Windradlobby sind kaum nachweisbar, weil die zugrundeliegenden Daten absichtlich verschleiert werden. Kann man die Daten seltenerweise nachprüfen, sieht man schnell, wie die Aussagen der Windradlobby beschönigt und konstruiert sind.
Es muss auch einmal darauf hingewiesen werden, dass das Volk zum Thema "Atomkraft Ja oder Nein" noch nicht befragt worden ist. In der Vergangenheit hat sich dieses Volk immer FÜR die Kernkraft entschieden. Es sind die vermeintlich grünen Politiker und Profiteure, die jeweils eine nicht nachweisbare Notwendigkeit des Atomausstiegs konstruieren, ohne auch nur den geringsten Nachweis vorlegen zu können. Die unerklärliche Massenhysterie nach Fukushima wird von der Windradlobby gnadenlos dazu ausgenützt, das Wasser auf ihre Mühlen zu lenken. Mühlen, die dazu dienen, einigen wenigen Profiteuren den Geldbeutel auf Kosten der Umwelt und den Stromkonsumenten zu füllen. Politiker verfügen mit wenigen Ausnahmen nicht über das technische Verständnis, den Weg zum Atomausstieg zu kennen. Sie brabbeln lediglich den träumenden Ideologen nach dem Mund, weil sie hoffen, dafür wiedergewählt zu werden. Verlangen wir von diesen Leuten doch endlich klare Belege für ihre fantastischen Behauptungen! Aber sie werden sie nicht liefern können! Für eine demokratische Güterabwägung braucht das Volk endlich verbindliche und exakte Informationen über die Wirkung auf Geldbeutel, Stromversorgung und Umwelt. Die Suisse Eole tut bisher alles, damit das Volk von der realistischen Wirkung von Windkraftwerken "verschont" bleibt. Es ist dann empfänglicher für Luftschlösser, Märchen und die Verkaufsanstrengungen der Windradkrämer. Wir haben am 16. Februar einer wunderbaren Werbeaktion der Windradlobby beigewohnt. Ich hoffe, die Bündner überlegen sich gut, wem sie was glauben wollen. Meine Empfehlung: Selber nachprüfen und nachrechnen. Wer mit Windkraft Geld verdient, ist auf keinen Fall ein ernstzunehmender Informant.

Martin Jäger

10.02.2012 12:40 Uhr

Lugnezer Windpark

Lieber Christian Stricker.
Wir sind auch gefordert unsere Umwelt lebenswert zu erhalten! Nur sogenannter Ökostrom allein genügt da nicht. Mit ein ganz klein wenig Sparen z.B. 1% könnten wir mehr Energie sparen, als die Windenergielobby bis ins Jahr 2030 mit allen geplanten Windgeneratoren in der Schweiz produzieren kann. Heute produzieren sie nur 0.5 Promille der Gesamtproduktion!
Aber die Produzenten sind ja nicht primär daran interessiert, dass von Ihrem Produkt weniger verkauft wird. Schauen Sie doch einmal unter www.surselva-no-windpark.ch und dort auf die Seite "Link"!

christian stricker

05.02.2012 17:06 Uhr

Windpark Lugnez

Wr sind gefordert den Energieverbrauch in Zukunft ohne Kernenergie zu bewältigen. Der Windpark im Lugnez ist ein Beitrag den alternative Energien dazu liefern können. Natürlich hat jede Energieproduktion auch Nachteile, bei der Kernenergie wollen wir diese nicht länger tragen. Wir können es uns aber in Zukunft einfach nicht mehr leisten auf alternative Energien zu verzichten. Ausser wir fluten ein Bergtal für ein Grosswasserkraftwerk..... aber das dürfte kaum im Interesse von Graubünden sein.....

Christian Stricker, Grünliberale Davos/Klosters

 

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