Seit Wochen steht Mitteleuropa hauptsächlich unter Hochdruckeinfluss. Störungen, welche den ersehnten Niederschlag bringen sollten, werden dadurch nach Norden abgelenkt. Allerdings ist ein schneeloser November keine Seltenheit.
Bern. – Am 19. Oktober fiel letztmals über einem grossen Teil der Schweiz Niederschlag. Der fehlende Niederschlag hat mittlerweile zu einer ausgeprägten Herbsttrockenheit geführt. Seit einem Monat sind in weiten Teilen der Schweiz nur unbedeutende Niederschlagsmengen gefallen, schreibt das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie.
Extrem wenig Herbst-Niederschlag (bis 10 Millimeter) über 31 Tage hinweg ist zwar selten, aber nicht einzigartig. In den letzten drei Jahrzehnten ist dies in Zürich in sieben, in Basel in acht Jahren aufgetreten. In Davos war es in zehn Jahren, in Sion gar in 17 Jahren der Fall.
Schneesituation lässt keine Aussage zu
Der über Wochen ausbleibende Niederschlag steht in direktem Zusammenhang mit der spärlichen Schneedecke in den Bergen. Allerdings ist zu beachten, dass sich zu dieser Jahreszeit die Schneedecke erst im Aufbau befindet. Auf der Höhe von Arosa (1840 Meter über Meer) sind um den 20. November im langjährigen Durchschnitt 25 Zentimeter zu erwarten. Die mittlere Schwankung bewegt sich dabei von einigen Zentimetern bis zu knapp einem halben Meter.
In Elm auf 958 Meter über Meer ist um den 20. November im langjährigen Durchschnitt kaum Schnee zu erwarten. Die momentane Schneesituation lässt keine Aussage über den weiteren Verlauf der Schneeverhältnisse zu. So lag Ende November 2009 in Arosa kein Schnee. Ab dem 1. Dezember herrschten dann während des ganzen Winters gute Schneeverhältnisse, heisst es in der Mitteilung weiter.
Trockener Jahresbeginn
Die aktuelle Trockenheit ist die zweite diesjährige ausgeprägte Trockenperiode. Von Februar bis April fielen ebenfalls sehr geringe Niederschlagsmengen. Vor allem in der Westschweiz und im Wallis gehört deshalb die Periode 1. Januar bis 19. November zu den trockensten seit Aufnahme der regelmässigen Messungen im Jahr 1864. Von der Trockenheit seit Jahresbeginn weniger betroffen sind die Ostalpen sowie die Alpensüdseite. (so)
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