Weil die Bahnhöfe von Klosters Platz und Klosters Dorf nur mit einer Einspurstrecke verbunden sind, kommt es immer wieder zu Verspätungen. Darum – und speziell im Hinblick auf die Einführung des Halbstundentakts 2014 – soll der Ausbau zur Doppelspurstrecke erfolgen. Gegen das Baugesuch wurden jetzt allerdings Einsprachen eingereicht.
Klosters. – Wie das Bundesamt für Verkehr bestätigte, sind gegen das eisenbahnrechtliche Plangenehmigungsgesuch (das eigentliche Baugesuch) drei Einsprachen eingegangen. Dass gegen den Ausbau der Verbindung zwischen Klosters Dorf und Klosters Platz zur Doppelspurstrecke Einsprachen erhoben werden, damit hat man bei der Rhätischen Bahn (RhB) gerechnet. «Wir wussten im Vorfeld, dass es Personen gibt, die dagegen sind. Einige möchten keinen zusätzlichen Bahnbetrieb, andere wollen wegen der Abgeltung für den Landpreis verhandeln», erklärte Christian Florin, Leiter RhB-Infrastruktur, auf Anfrage.
Enteignungen wäre möglich
Die RhB wird jetzt mit den Einsprechern Kontakt aufnehmen, um doch noch Einigungen herbeiführen zu können. Sollte das nicht klappen, könnten rechtliche Auseinandersetzungen und Enteignungen die Folge sein. «Ich hoffe auf eine rasche Bereinigung der offenen Punkte, es dreht sich sicher um die Entschädigung für den Landererwerb oder um Gestaltungsfragen», sagte Werner Glünkin. Für den Leiter der Abteilung öffentlicher Verkehr beim Amt für Energie und Verkehr Graubünden ist ein rechtzeitiger Baubeginn im nächsten Jahr auch deshalb sehr wichtig, weil durch den Ausbau der Strecke fünf bis anhin ungesicherte Bahnübergänge aufgehoben werden. Bei einem davon hatte sich nämlich 2005 ein tödlicher Unfall ereignet.
Problem seit Vereina-Eröffnung
Seit der Eröffnung des Vereinatunnels kreuzen sich in Klosters Platz und Klosters Dorf jede Stunde die Taktzüge Landquart–Davos und Disentis–Scuol. Dadurch befinden sich zeitgleich vier Züge auf den durch die Einspurstrecke getrennten Bahnhöfen. Verspätet sich ein Zug, wirkt sich das automatisch auf die Pünktlichkeit der anderen Züge aus. Mit der Einführung des Halbstundentakts zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 würde sich dieses Problem ohne Doppelspurstrecke verschärfen und die Anschlusssicherheit zur SBB in Landquart wäre gegenüber heute weniger sichergestellt.
Die Gesamtkosten für den Ausbau zur Doppelspurstrecke betragen 13,9 Millionen Franken. Von diesen Investitionen übernimmt der Bund 85 Prozent, den Rest der Kosten trägt der Kanton Graubünden. Der Baustart ist für 2013 geplant. (béz)
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