Einsatz gegen die Zerstörung der Böden

Die Uno hat neben ihrer Klimakonvention auch eine Konvention zur Bekämpfung von Bodenverödung (Land Degradation), Trockenheit und Wüstenbildung erlassen.

Der fruchtbare Boden ist nutzlos geworden.

Bild: istockphoto.com

Walter J. Ammann ist Gründer und seit 2008 Präsident des Global Risk Forum GRF Davos, das sich mit globalen Risiken und Naturkatastrophen beschäftigt.

Von Walter J. Ammann

Davos. – Land Degradation ist ein globales Umwelt- und Entwicklungsproblem mit gewaltigen sozio-ökonomischen Auswirkungen (Schaden: 400 Milliarden/Jahr). Land Degradation bedeutet, dass die biologische Vielfalt und die wirtschaftliche Produktivität von Ökosystemen (Anbauflächen, Wiesen, Weiden, Wälder) abnehmen und sich ohne gezielte Massnahmen nicht mehr erholen können. In niederschlagsarmen Gebieten kann dies zur Wüstenbildung führen.

Menschliche Existenz bedroht

Vom Menschen verursachte Landverödung betrifft 33 Prozent der Erdoberfläche. Jährlich gehen weltweit 24 Milliarden Tonnen Boden und 41 000 Quadratkilometer landwirtschaftliche Anbaufläche (= Fläche der Schweiz) verloren. Von den Auswirkungen sind 1,5 Milliarden Menschen direkt betroffen, die Hälfte davon in Afrika. Elf Prozent der Erdoberfläche müssen die Ernährung der rund sieben Milliarden Menschen sichern, eine Milliarde leidet Hunger, Tendenz steigend.

Vielfältige Ursachen

Die Ursachen von Land Degradation sind vielfältig, zum Beispiel Vernichtung der Vegetationsdecke durch Abholzung, Brandrodung oder Überweidung, Anbau von Monokulturen, Überdüngung, Erosion des offenen Ackerbodens, Verschmutzung mit Abfällen und Altlasten, Zerstörung der Bodenstruktur durch Befahren mit grossen Maschinen. Land Degradation ist häufig dort am stärksten, wo die Bevölkerung an Armut und Hunger leidet, die Bildungsmöglichkeiten ungenügend sind, eine schlechte Gesundheitsversorgung und politische Konflikte bestehen.

Diesen Kampf dürfen wir nicht verlieren

Eine Studie der UN Konvention für Desertifikation (UNCCD) zeigt, dass die Schadenskosten bei tatenlosem Zuwarten die Kosten für geeignete Massnahmen weit übersteigen. Das Global Risk Forum GRF Davos arbeitet eng mit der UNCCD zusammen und unterzeichnete anlässlich des WEF in Davos eine Vereinbarung, die dazu beitragen soll, dass die Land Degradation als eine der grossen Herausforderungen unserer Zeit anerkannt wird.

Konkrete Projekte in direkt betroffenen Gebieten sollen zu einer nachhaltigen Nutzung des Bodens führen und langfristig die Versorgung der Menschen sichern. Ein erstes Pilotprojekt wird in Mexiko auf Regional- und Gemeindeebene Praktiker im Kampf gegen Land Degradation ausbilden.

Unter dem Titel «Academia Raetica Forschung aktuell» werden die angeschlossenen Institutionen und die Partner der Academia Raetica in der «Bündner Woche» und bei «Südostschweiz Online» alle zwei Wochen über eines ihrer Projekte berichten. Sie werden dabei deutlich machen, welcher praktische Nutzen aus diesen Arbeiten gezogen werden kann.

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 19.04.2011, 16:00 Uhr
  • Webcode: 1178891

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