Das fasnächtliche Strafgericht von Disentis, die Dertgira nauscha, hat gestern Abend ihre Fälle verhandelt und wie jedes Jahr auch wieder ein «Todesurteil» vollstreckt.
Disentis. – Als Puppen symbolisch an den Galgen gehängt wurden zwei alte Römer: Drusus und Tiberius, die Anführer des Alpenfeldzugs im Jahr 15 v. Chr. Ihr Vergehen: Sie seien, so die Richter der Dertgira nauscha, schuld daran, dass das Romanische überhaupt entstanden sei – und damit auch das Wirrwarr um die Idiome und Rumantsch Grischun. «Ohne Drusus und Tiberius sprächen wir heute ein Standardrätisch, das man problemlos von Tschamut bis Kalkutta verstünde», so das Gericht.
«Pro pops romontschs»
Das wieder aufgeflammte Engagement für die Idiome war auch sonst ein Thema bei der Dertgira nauscha. Was es brauche, um das Romanische zu retten, seien drei «p» – «plidaders, preschientscha e pops», Romanischsprechende, Präsenz und Babys. Deshalb der Vorschlag der Richter: statt eines Vereins Pro Idioms besser eine «Pro pops romontschs» gründen und für mehr Nachwuchs sorgen. (jfp)
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