Die Coppa delle Alpi 2012 macht am Freitag einen Abstecher in die Biosphärenregion Val Müstair. Der Auto-Wettbewerb in purer Naturlandschaft ist umstritten.
Val Müstair. – Am Freitag beginnt die dreitägige Coppa delle Alpi 2012. Über 100 Oldtimer-Fans freuen sich auf eine rasante Fahrt über 525 Kilometer durch die alpinen Haupttäler Italiens, Österreichs und der Schweiz. Dieses Jahr macht der Tross auch Halt in der Val Müstair. Das ruft Kritiker auf den Plan, denn die Val Müstair ist eine Biosphärenregion.
Laut Gabriella Binkert Becchetti, Direktorin der Biosfera, sind die Coppa delle Alpi und das Biosphärenreservat durchaus miteinander vereinbar. Bei der Coppa delle Alpi von einem «Autorennen» zu sprechen, sei falsch. Es sei eine Oldtimer-Rallye, wobei die Motorfahrzeuge durchschnittlich 60 Stundenkilometer fahren.
Zusätzliche Gäste willkommen
Bisher hatte die Rallye von Zernez nach Livigno geführt und die Val Müstair wurde dabei touristisch übergangen. Heuer soll das periphere Tal ebenfalls von der Rallye profitieren. Rund 360 Personen werden in der Region übernachten. In allen Gastbetrieben werden einheimische Spezialitäten angeboten, denn die hiesige Wertschöpfung soll generiert werden. Auch der Tourismusdirektor der DMO Engadin Scuol Samnaun, zu der die Val Müstair dazugehört, befürwortet die zusätzliche Generierung von Logiernächten.
«Wenn es der Biosfera-Organisation gelungen ist, aus einer Autodurchfahrt wirtschaftlichen Erfolg zu erzielen, indem die Teilnehmenden auch noch übernachten und sich verpflegen, dann ist dies positiv», meint Wohler. Ein Zielkonflikt wäre seiner Meinung nach allerdings, wenn die Tourismusorganisation aktiv Autoveranstaltungen in die Region locken würden. Schliesslich wirbt die DMO mit Natur- und Kulturtourismus. (fh)
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