Dario Cologna: «Es wird langsam Zeit»

Der heutige Sprint an der WM in Oslo ist für den souveränen Langlauf-Weltcup-Leader Dario Cologna aus Müstair das erste von fünf Rennen innert elf Tagen.

Der Bündner Langläufer Dario Cologna steht den Medienleuten Red und Antwort.

Aufgezeichnet von Philipp Bärtsch

Dario Cologna, Sie sind ein Holmenkollen-Rookie.
Dario Cologna: Es wird langsam Zeit, dass ich hier einmal ein Rennen laufe. Bis jetzt hat es sich leider nicht ergeben. 2008 und 2010 bestritt ich am Holmenkollen-Wochenende den Engadin Skimarathon, 2009 fanden die Rennen wegen des Umbaus in Trondheim statt. Aber ich kenne den Holmenkollen vom Sommer her, ich war schon mehrmals hier. Einen Nachteil sehe ich deshalb nicht, die Strecken sind ohnehin fast neu.

Sie waren in der Saisonvorbereitung hier, um sich das Ganze einmal anzuschauen. Was hat das Ihnen gebracht?
Ich kam nicht primär, um mir die Strecken anzuschauen, sondern weil ich ja immer noch mit meinem Trainer Fredrik Aukland zusammenarbeite. Er lebt eine Stunde südlich von Oslo. Wir konnten gut trainieren, seine Brüder, die starke Langdistanz-Läufer sind, waren ebenfalls dabei. Ich sah mich aber auch schon einmal im Hotel um. So kann man sich auf die Gegebenheiten einstellen und allenfalls noch seine Wünsche deponieren.

Viele betrachten den Sprint als jenes Einzelrennen, in dem Ihre Medaillenchance am kleinsten ist. Sie selber auch?
Im Sprint kann halt einfach viel passieren. Ein Sturz, ein Stockbruch, man weiss nie. In den langen Rennen, ob mit Massen- oder Einzelstart, ist sicher am meisten möglich, wenn ich mich gut fühle. Doch wenn ich die Tour-de-Ski-Etappen dazuzähle, stand ich in diesem Winter bei vier Starts im Sprint dreimal auf dem Podest. Ich laufe also sicher nicht, um Siebter zu werden.

Sie lassen nur gerade den Teamsprint aus und werden in elf Tagen fünf Rennen bestreiten. Reicht die Energie bis zum Schluss?
Da mache ich mir keine Sorgen. Ich habe in der Tour de Ski gezeigt, wie schnell ich mich erholen kann. In Vancouver wars ähnlich, einfach mit Teamsprint statt Einzelsprint. Und da kämpfte ich am letzten Tag trotzdem bis zuletzt um eine Medaille (Cologna stürzte über 50 km in der letzten Kurve).

Haben Sie aufgrund der gesundheitlichen Probleme von Toni Livers und Curdin Perl nie mit dem Gedanken gespielt, auf die Staffel zu verzichten, um Kräfte für den «Fünfziger» aufzusparen?
Wie gesagt: Ich bin überzeugt, dass fünf Rennen nicht zu viel sind. Ich mache mir da wirklich nicht zu viele Gedanken. Die Staffel zu laufen ist Ehrensache, das möchte ich mir nicht entgehen lassen. Wir haben uns noch nicht abgeschrieben, auch wenn die Vorzeichen nach dem Sieg in La Clusaz natürlich schon besser waren. Klappt es nicht, werden wir es in zwei Jahren noch einmal probieren.

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 24.02.2011, 11:50 Uhr
  • Webcode: 1146126

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