Die Städtepartnerschaft zwischen Arosa und Shangri-La ist für Tibeter eine Farce. Damit sei die Gemeinde über den Tisch gezogen worden.
Arosa. – «Hat denn Arosa überhaupt abgeklärt, auf was es sich da einlässt?», macht Dicky Tethong ihrem Ärger Luft. Die Exiltibeterin meint damit die im vergangenen Oktober vereinbarte Städtepartnerschaft zwischen Arosa und Shangri-La. Und die Aufregung ist verständlich, denn Shangri-La liegt im Tibet, wurde aber 1959 nach der Besetzung durch China in die Provinz Yunnan einverleibt.
Von den Chinesen ausgetrickst
Tethong, die im Vorstand der Gesellschaft Schweizerisch-Tibetische Freundschaft sitzt, ist überzeugt, dass der chinesische Generalkonsul in Zürich, Jianquan Liang Arosas Gemeindepräsidenten Lorenzo Schmid ausgetrickst hat. Die Partnerschaft mit Arosa sei für China reine Propaganda. Dies nicht zur Kenntnis zu nehmen sei «ganz einfach nur blauäugig».
Schmid rechtfertigt sich damit, dass bei den Verhandlungen die geografische Lage von Shangri-La nie ein Thema gewesen sei. (be)
02.02.2012 22:16 Uhr
Tibeter verk. Ihre Identität!Moral&Ethik bleibt auf der Strecke!
Traurig aber leider wahr... Als ich diesen Artikel las, konnte ich es kaum fassen. Grundsätzlich ist nichts gegen eine Städtepartnerschaft einzuwenden, jedoch bin ich der Meinung, dass bei dieser Partnerschaft keine wirklichen Vorabklärungen bzgl. Menschenrechte usw. beachtet wurde. Die Ethik und Moral bleibt auf der Strecke bzw. muss den monäteren Interessen weichen. Ich kann diesen wirtschaftlichen Entschluss der Gemeinde Arosa (Gemeindepräsident und Tourismusdirektion) verstehen. Die Schweiz als Binnenland muss sich im Tourismusgebiet etablieren. Nur leider ist China als Partner nicht geeignet.
Der Ausverkauf, die Ausbeutung und die Kommerzialisierung unserer tib. Kultur hat nun begonnen und Arosa ist vorne mit dabei! Pfui Teufel!!!
Besonders entsetzt bin ich darüber, dass die Initierung durch geldgierige tib. Landsleute in die Wege geleitet wurde. Diese rechtfertigen die Partnerschaft unter den Deckmantel Tourismusförderung und Entwicklung in Tibet!! Pfui Teufel!! Ganz klar ist doch, dass hier die eigenen Interessen im Vordergrund stehen. Der Identitätsverlust unter den tib. Schweizern hat schon lange begonnen!!! Das ist nur ein Beispiel. Das ist wirklich traurig. Schämt Euch!!!
02.02.2012 12:05 Uhr
Schüsse auf Tibeter
Alleine in der vergangenen Woche vom 23. Jan bis 30. Jan 2012 haben die chinesischen Regimekämpfer in Tibet mindestens 3 Tibeter, die auf der Strasse ihre Freiheit in Religion und Kultur forderten, kaltblütig erschossen (Quelle: Spiegel Online, Politik). Dies als Info für alle, die aus purer Gewohnheit, ohne Kentnisse der Sachlage meinen, sie müssten hier auf diesen Leserseiten irgendwelche Verharmlosungen anbringen.
01.02.2012 21:46 Uhr
"Nicht alles in Ordnung"
Lieber Herr Lorenz,
Ja Sie haben ganz recht. Das sogenannte "Shangri La" heisst mit bürgerlichem Namen Gyelthang oder auch Gyelgethang. Zu seinem heutigen Pseudonym kam es durch die Tourismusvermarktungsstrategen des Chinesischen Wirtschaftswunders. Wie Sie zurecht erwähnen offenbar dem Himmel auf Erden.
01.02.2012 21:35 Uhr
auf kosten eines unterdrückten volkes
es ist beschämend, dass eine schweizer gemeinde nur des lieben geldes wegen, sich mit einem diktatorischen regime einlässt um potentielle chinesische touristen mit ihrem geld nach arosa zu locken. geld vor moral, scheint offensichtlich die devise zu sein oder aber, was ebenso schlimm ist, ein massiver bildungsmangel seitens der aroser behörden. würden sie nur ansatzweise die geschichte studieren wüssten sie, dass tibet nicht zu china gehört, dass dies ein unabhängiges land ist, welches illegal gegen jegeliches internationales recht seitens des kommunistischen chinesischen regims besetzt ist!
01.02.2012 20:25 Uhr
"Nicht alles in Ordnung"
Schön gesagt; aber trotzdem offenbar der "Himmel auf Erden", selbst aus heutiger Sicht.
01.02.2012 20:11 Uhr
Gottesstaat / Feudalismus / Propaganda
ach bitte, Herr Lorenz... zwei Kommentare haben Sie geschrieben, und beide glänzen durch Argumentations- und Fakten-Abwesenheit. Wenn Sie sich die Mühe machen und das Vokabular der chinesischen Geschichtsschreibung zu Tibet lernen, so wäre es angebracht auch die tibetische Auffassung kennen zu lernen. In Tibet war nicht alles in Ordnung, aber wo war das in Asien zu dieser Zeit? Der 14. Dalai Lama hat in seinen jungen Jahren in Tibet Reformen eingeläutet, aber leider wurden diese von der chinesischen Besatzungsmacht zunichte gemacht. Wie verurteilt man doch hierzulande die Kolonialisierungspolitik Europas in Asien und Afrika und gesteht die Verfehlungen und das würdeverletzende Vorgehen dieser Mächte ein... also wieso auch nicht China in diesem Lichte beurteilen?
01.02.2012 19:59 Uhr
... bis 1959 der Himmel ....
Wenn man einen feudalistischen Gottesstaat des Dalai Lama als Himmel auf Erden taxiert, dann schon.
01.02.2012 18:01 Uhr
Shangri La
Oh ja, Shangri La, war bis 1959 der Himmel auf Erden, von den Tibetern geachtet und erhalten. Doch dann wurde aus dem Himmel die Hölle, viele Menschen wurden und werden noch getötet, Menschen die Achtung lebten und leben. Ein zusätzlicher Volltreffer für die gebeutelten Leute, ist der gewählte Zeitpunkt für den "Freundschaftstanz". denn genau in der Zeit zwischen chinesischem und tibetischem Neujahr sollen die Tibeter für China in Arosa ihre Tänze vorführen. Das Gleiche wie in China, denn jedes Jahr zum chinesischen Neujahr versuchen die "Verwandler von Himmel in Hölle" Tibeter zu nötigen für die Ausbeuter und Bezwinger zu tanzen oder zu sterben. Dafür ist es ihnen strengstens verboten am tibetischen Neujahr ihre Ritualtänze zu tun. Was für Gäste will Arosa da anziehen? Es könnte sein, dass nicht die Gäste kommen die man sich gerne vorstellt. Doch wenn es um greifbare Bereicherung geht, muss wohl öfter zu unbegreiflichen Hilfsmitteln gegriffen werden, Menschenrechte hin oder her. Unbegreiflich mit welcher Verachtung man Achtung erhofft.
31.01.2012 16:27 Uhr
entsetzt und traurig
Sehr geehrter Herr Gemeindepräsident Schmid
Mit Entsetzen habe ich gelesen, dass Sie beabsichtigen, eine Städtepartnerschaft mit der Regierung Chinas einzugehen. Wie Ihnen sicherlich bekannt ist, steht „Shangrila“ für einen sagenumwobenen Ort im Himalaya, der seine Ursprünge im buddhistisch-mythologischen Reich Shambala hat, wo man „… weg von der Hast der Zivilisation … und ohne auf Annehmlichkeiten zu verzichten … ein hohes Alter erreicht“, also das, was Arosa seinen Gästen bieten möchte. Die aus ihrem eigenen Land durch die Chinesen vertriebenen Tibeter haben in der Schweiz vielleicht nicht gerade ein Shangrila gefunden, doch waren u.a. die Gemeinsamkeiten der beiden „Bergvölker“ ein Grund, den Flüchtlingen aus Tibet hier eine zweite Heimat zu bieten, und auch ein Grundstein des bisher guten Verhältnisses zwischen Schweizern und Tibetern. Sollen gerade der Missbrauch des Begriffes „Shangrila“ und dadurch die Verhöhnung der Tibeter zum „Attraktor“ für den Tourismus von Arosa werden? Es sollte doch auch im Interesse der Tourismusregion Graubündens sein, nicht etwas Neues in Angriff zu nehmen, welches unweigerlich einen faden Beigeschmack hat!
31.01.2012 15:07 Uhr
Geld regiert die Welt!!!
Traurig aber wahr! Wenn es darum geht, den Tourismus anzukurbeln, verschliesst man beide Augen vor der Realität. Die chinesische Regierung unterdrückt ihr eigenes Volk, die Menschenrechte werden mit den Füssen getreten. Friedliche Tibetische Demonstranten werden niedergeschossen. In Syrien, wo daselbe geschieht, wird der Diktator Assad für seine Greueltaten verurteilt.
In China aber schauen alle weg. Der chinesische Markt ist zu wichtig. China will man als Freund und nicht als Feind. Die Zukunft wird zeigen, ob China ein guter Freund sein wird, oder sich als Schlechter entpuppt.