Sorge in Ost und West nach Kim Jong Ils Tod

Nordkorea hat offenbar wenige Stunden nach der Bekanntgabe des Todes von Machthaber Kim Jong Il eine Kurzstreckenrakete getestet. Das meldete die südkoreanische Nachrichtenagentur Yonhap am Montag unter Berufung auf Regierungskreise.

Ein Japaner liest in Tokio eine Sonderausgabe zum Tod von Kim Jong Il.

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Er hatte die Macht in Nordkorea im Jahr 1994 von seinem Vater übernommen: Kim Jong Il (Archiv).

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Kim Jong Il mit Offiziellen der Musikakademie in Pjöngjang (Archivbild).

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Pjöngjang. – Demnach fand der Raketentest vor der Ostküste Nordkoreas statt. Yonhap zufolge bestätigte ein südkoreanischer Regierungsvertreter den Test, erklärte jedoch, es gebe vermutlich keinen Zusammenhang zwischen dem Test und der Bekanntgabe von Kims Tod.

Die Nachricht vom Tode des nordkoreanischen Staatschefs weckte Befürchtungen über eine Destabilisierung der Region. Südkorea versetzte seine Streitkräfte umgehend in höchste Alarmbereitschaft. Der stalinistische Diktator Kim Jong Il war bereits am Samstag einem Herzinfarkt erlegen. Sein Tod gaben die nordkoreanischen Staatsmedien aber erst am Montag bekannt.

Optimistisch zeigte sich der britische Aussenminister William Hague. «Das könnte ein Wendepunkt für Nordkorea sein», sagte er am Montag. Australiens Aussenminister Kevin Rudd sagte, Kims Tod sei «eine Möglichkeit für das nordkoreanische Regime, in die internationale Gemeinschaft aufgenommen zu werden.»

Schwedens Aussenminister Carl Bildt sagte dagegen: «Allein die Tatsache, dass man die Todesmeldung erst nach zwei Tagen zu veröffentlichen wagte, zeigt, wie unsicher die Lage in Nordkorea ist.» Das Weisse Haus teilte nur mit, dass sich die USA weiter für Stabilität auf der koreanischen Halbinsel und die Sicherheit Südkoreas einsetzten wollten.

In Südkorea, das sich seit fast 60 Jahren im Kriegszustand mit Nordkorea befindet, überwog die Sorge. Präsident Lee Myung Bak rief zur Ruhe auf. In einem Telefonat mit US-Präsident Barack Obama, hätten Lee und Obama vereinbart, die Lage in Nordkorea genau zu beobachten, teilte Lees Büro mit.

Japans Regierung kondolierte Nordkorea wegen Kims Tod. Japan hoffe, «dass diese Situation keine negativen Folgen für den Frieden und die Stabilität» habe, sagte ein Regierungssprecher. Das Kabinett kam zu einer Krisensitzung zusammen.

Die Unsicherheiten haben mit der Nachfolge des verstorbenen stalinistischen Diktators zu tun. Die staatliche Nachrichtenagentur KCNA bezeichnete Kims Sohn Kim Jong Un als «grosser Nachfolger». Vater Kim hatte seinen Jüngsten im vergangenen Jahr zu seinem Nachfolger aufgebaut.

Dennoch ist der Sohn praktisch ein Unbekannter. Man glaubt nur zu wissen, dass er einige Jahre lang in Bern eine Privatschule besucht haben soll. Erst als der nun im Alter von 69 Jahren verstorbene Vater den 1982, 83 oder 84 Geborenen selbst ins Rampenlicht holte, wurden zudem Fotos des Sohnes veröffentlicht. (sda)

  • Quelle: sda
  • Datum: 19.12.2011, 14:34 Uhr
  • Webcode: 1320928

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Boris Kerzenmacher

19.12.2011 12:02 Uhr

Kleiner Hoffnungsschimmer?

Sollte der der Sohn tatsächlich in der CH eine Schule besucht haben, bleibt zumindest eine kleine Hoffnung dass er etwas von der CH gelernt hat und es nun einbringen kann in Nordkorea. Leider ist aber davon auszugehen dass das starke Militär im Hintergrund weiter die Fäden ziehen wird und somit die gebeutelte Bevölkerung weiter entsetzlicher Armut und Willkür ausgesetzt bleiben wird.

 

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