Seit 30 Jahren Sommerzeit in der Schweiz

Nächsten Sonntag stellt die Schweiz die Uhren wieder eine Stunde vor – bereits zum 30. Mal: 1981 war die Sommerzeit nach einigen Kontroversen eingeführt worden. Selbst heute ist die Massnahme noch umstritten.

In der Nacht zum Sonntag beginnt die Sommerzeit.

Bern. – Der Bundesrat hatte bereits während des Zweiten Weltkriegs, 1941 und 1942, die Sommerzeit eingeführt. Sein Ziel: Energie zu sparen. Allerdings entsprach das Resultat nicht seinen Erwartungen, worauf das Experiment 1943 abgebrochen wurde.

Nachdem in den 70er-Jahren Italien und Frankreich die Sommerzeit wieder eingeführt hatten (unter anderem als Antwort auf die Energiekrise 1974), legte der Bundesrat den Entwurf eines Zeitgesetzes vor, das ihn zur Wiedereinführung der Sommerzeit ermächtigt hätte.

Erst abgelehnt, dann doch eingeführt

Bäuerliche Kreise ergriffen dagegen das Referendum: Die Kühe könnten nicht plötzlich eine Stunde früher gemolken werden, so ihre Argumentation. Sie hatten Erfolg: Das Gesetz wurde am 28. Mai 1978 mit 52 Prozent Nein verworfen.

Als sich 1980 auch Deutschland und Österreich für die Sommerzeit entschieden, wurde die Schweiz in den Sommermonaten zu einer «Zeitinsel», was etwa die Fahrplangestaltung im Verkehr erheblich erschwerte. Der Bundesrat legte daher noch im gleichen Jahr das Zeitgesetz unverändert ein zweites Mal vor. Ein Referendum kam diesmal nicht zustande.

Damit stellt die Schweiz seit 1981 jeweils am letzten Sonntag im März die Uhren um eine Stunde vor und am letzten Sonntag im September (seit 1996 am letzten Sonntag im Oktober) um eine Stunde zurück.

Kritik nicht verstummt

Eine (unter anderem von Christoph Blocher) 1982 lancierte Volksinitiative zur Abschaffung der Sommerzeit kam mangels genügend Unterschriften nicht zustande. Aber auch später wollte die Kritik an der Sommerzeit nicht verstummen. Die Massnahme bringe keine Energieeinsparung und belaste den Organismus von Mensch und Tier, so die Argumentation der Gegner.

Letztmals forderte die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann 2010 in einer Motion die Abschaffung. Sie konnte den Bundesrat aber nicht davon überzeugen. (sda)

  • Quelle: suedostschweiz.ch
  • Datum: 23.03.2011, 13:50 Uhr
  • Webcode: 1163206
 
 

Gastbeitrag
The content of this field is kept private and will not be shown publicly.

  • Web page addresses and e-mail addresses turn into links automatically.
  • Allowed HTML tags: <p> <a> <em> <strong> <cite> <code> <ul> <ol> <li> <dl> <dt> <dd>
  • Lines and paragraphs break automatically.
  • Each email address will be obfuscated in a human readable fashion or (if JavaScript is enabled) replaced with a spamproof clickable link.

More information about formatting options

Code:*
CAPTCHA
Enter your dog's name:
Speichern Vorschau
Sie erklären sich damit einverstanden, unseren Service weder für illegale Zwecke, noch zur Übermittlung von gesetzeswidrigen, belästigenden, beleidigenden, die Privatsphäre anderer verletzenden, missbräuchlichen, bedrohlichen, schädlichen, vulgären, obszönen, verleumderischen, zu beanstandenden oder anderweitig verwerflichen Inhalten oder von Material, welches das geistige Eigentum oder andere Rechte einer Person verletzt oder verletzen könnte, zu benützen. Ihr Kommentar kann auch auf Google und anderen Suchseiten gefunden werden
Ihre Meinung ist uns wichtig!

Was halten Sie von diesem Artikel? Schreiben Sie in einem Kommentar Ihre Meinung dazu!

neuen Kommentar schreiben...
 

Heute, 16:17 Uhr | 0 Kommentare

Nach tagelangen Massenprotesten im westafrikanischen Burkina Faso hat Präsident Blaise Compaoré am Freitag sein Amt niedergelegt. Er war 27 Jahre an der Spitze des Staates. Militärchef Honoré Traoré übernahm die Macht.

mehr...

Freitag, 26.09.2014 09:44 Uhr | 0 Kommentare

Der Regierungsrat hat Basilius Scheidegger zum Vorsteher des neu geschaffenen Amtes für Finanzen gewählt. Scheidegger ist zurzeit Sektionsleiter Finanzpolitik und Beteiligungen im Kanton Aargau und Stellvertreter des Abteilungsleiters Finanzen.

mehr...

Heute, 17:07 Uhr | 0 Kommentare

Italiens Regierung hat am Freitag offiziell das Ende des seit über einem Jahr laufenden Rettungs- und Hilfsprogramms für Flüchtlinge im Mittelmeer «Mare Nostrum» (Unser Meer) angekündigt. Italien werde jedoch weiterhin Schiffe für das Programm «Triton» entsenden.

mehr...

Heute, 16:39 Uhr | 0 Kommentare

Im Zentrum des Bündner Forums für Altersfragen vom Freitag in Chur stand die Absicht der Regierung, betagten Personen, die nur leicht pflegebedürftig sind, künftig eine Alternative zum Heimeintritt zu bieten.

mehr...

Heute, 15:54 Uhr | 0 Kommentare

Die Union von CVP und BDP ist vom Tisch. Nachdem die BDP-Basis in einer Vernehmlassung offenbar wenig Begeisterung dafür gezeigt hatte, entschied sich die Parteileitung gegen ein Zusammenrücken.

mehr...

Alle Artikel

Community

Multimedia

Top-Deals

Erfüllen Sie sich Ihren Kaffee-Wintertraum! 3 x 500 Gramm Kaffeebohnen, Kaffee-Likör und dazu passend 4 Tassen mit Chromständer
CHF 40.-
CHF 80.-
mehr
3-teiliges Brabantia Pfannen-Set inkl. Portokosten
CHF 99.-
CHF 199.-
mehr
10er-Abonnement Power-Plate, Ganzkörpertraining mit zertifizierter Personal Trainerin
CHF 145.-
CHF 290.-
mehr
Südostschweiz Newmedia AG - Die TYPO3 und Drupal Web-Agentur für Ihre professionelle Website